Fußball

Thomas Brdaric verlässt TeBe

Nach nur einem Jahr verlässt Thomas Brdaric die Lila-Weißen. Bei den Gründen widersprechen sich Cheftrainer und Verein.

Thomas Brdaric schaut sich nach einem neuen Trainerposten um

Thomas Brdaric schaut sich nach einem neuen Trainerposten um

Foto: Revierfoto / picture alliance / dpa

Berlin.  Der Fußball-Oberligist Tennis Borussia (TeBe) wird ohne seinen aktuellen Trainer Thomas Brdaric in die neue Saison gehen. Der Vertrag des ehemaligen Bundesliga-Stürmers wird nicht verlängert. „Wir hatten keine Möglichkeit, ihn weiter zu halten“, erklärt Jens Redlich, Vorstandsvorsitzender von TeBe.

Brdaric selbst sagt jedoch, er hätte gern weitergearbeitet: „Fakt ist, dass der Verein frühzeitig entschieden hat, einen anderen Weg zu gehen.“ Tatsächlich steht mit A-Jugend-Trainer Dennis Kutrieb bereits ein Nachfolger fest. Dieser habe „taktisch gute Arbeit“ geleistet und sei „absolut erste Wahl“ gewesen, konstatiert Redlich.

Brdaric geht davon aus, dass es „nichts Persönliches“ sei. Wenngleich die Signale „nicht so gewesen sind, dass man weiter zusammenarbeiten möchte“. Der 43-Jährige habe bereits mehrere Angebote, unter anderem aus der Schweiz und der A-Junioren-Bundesliga. Auch eine Offerte des insolventen Drittliga-Absteigers Rot-Weiß Erfurt dementiert Brdaric nicht: „Wenn der Verein sich positioniert, dann werden wir darüber reden.“ In etwa zehn Tagen rechnet Brdaric mit einer Entscheidung.

Streitpunkt Mommsenstadion

Verantwortlich für die Trennung von den Lila-Weißen scheint unterdessen auch die Infrastruktur bei TeBe zu sein. Der Rasenplatz im Mommsenstadion sei „eine völlige Katastrophe“, und „da ist Thomas etwas anderes gewöhnt“, so Redlich. Ein Thema, das offenbar auch zwischen Verein und Bezirk für Ärger sorgt.

TeBe sieht Handlungsbedarf bei den Plätzen, aber „das Bezirksamt geht mit dem Verein nicht konform“, erklärt Brdaric. So hätte seine Mannschaft ein halbes Jahr lang auf dem Kunstrasenplatz trainieren, aber auf dem Rasenplatz spielen müssen. Ein Umstand, der dem sportlichen Erfolg im Weg stehe und die Ziele gefährde, so der Trainer – für den es nach Aussage Redlichs wichtig ist, höher als in Liga fünf zu trainieren.

Dabei ist die Oberliga-Meisterschaft bei noch zwei ausstehenden Spielen und drei Punkten Rückstand auf Tabellenführer Optik Rathenow durchaus noch möglich. Zwar mögen die Ansprüche bei TeBe und Brdaric verschieden sein, in Realität wissen bis dato aber beide nicht, in welcher Liga sie kommende Saison tätig sein werden – ohne einander.