Von Tabellenplatz zwei müssen sich die Füchse erst einmal verabschieden. Am Donnerstagabend unterlagen die Berliner Handballer ihrem direkten Verfolger SG Flensburg-Handewitt deutlich 21:29 (10:14) und sortieren sich damit auf Rang drei der Bundesliga ein. „Wir wussten, dass dieses Spiel heute vier statt zwei Punkte wert ist, aber wir haben es nicht geschafft, unsere Leistung auf den Punkt zu bringen“, sagte Fabian Wiede.
Füchse verlieren den Faden
Dabei agierten die Füchse in den ersten 15 Minuten vor 6.300 Zuschauern in der ausverkauften Arena beeindruckend. In der Abwehr zeigten sie von Beginn die von Trainer Velimir Petkovic so oft geforderte Aggressivität, der Offensive sah man die Übungseinheiten der vergangenen Tage an. Das Spiel wirkte viel geordneter als zuletzt gegen Gummersbach, doch dann verloren die Füchse den Faden: Zwischen der 14. und der 24. Minute gelang kein Feldtor mehr. „Wir haben die Abpraller den Gegnern zugespielt und zu viele Bälle weggeworfen“, analysierte Wiede. Die Flensburger hingegen bewahrten nach ihrer von Fehlern behafteten Anfangsviertelstunde die Nerven. Mit einem kompromisslosen Mittelblock und einem überragenden Kevin Moeller im Tor, verwandelten sie eine 5:7-Rückstand in eine 10:7-Führung (23.).
Trainer Petkovic wettert gegen Schiedsrichter
Diesmal konnte auch die Halbzeitansprache von Petkovic nichts ausrichten. Auch in der zweiten Hälfte bissen sich die Füchse an Torhüter Moeller die Zähne aus, der mit 17 Paraden der entscheidende Mann der Partie war. Entscheidender jedenfalls als Lars Geipel und Marcus Helbig. Die beiden Schiedsrichter sind inzwischen zu Petkovics Lieblingsfeinden avanciert. Zum wiederholten Mal wetterte der Füchse-Trainer bei Sky, sein Team habe keine faire Chance gehabt, da die beiden Unparteiischen die Berliner Deckung zu oft abgestraft und zu Gunsten der Flensburger entschieden hätten. Bei fünf zu fünf Strafwürfen und sogar fünf zu drei Zeitstrafen für Flensburg lässt sich dieser Vorwurf eher nicht belegen. Vielmehr war die Wurfquote von 67,4 zu 45,7 Prozent sowie die Quote gehaltener Bälle (45 zu 28 Prozent) entscheidend für den deutlichen Ausgang des Duells. „Petko ist immer emotional und manchmal etwas übermotiviert“, versuchte Wiede zu beschwichtigen.
Die Flensburger ließen sich jedenfalls nicht aus der Feierlaune bringen. In der 46. Minute hatten sie noch mehr Grund zum Jubeln: Der ehemalige Nationalspieler Holger Glandorf erzielte seinen 2.263. Liga-Treffer und zog damit in der Historie der besten Feldtorschützen an der Gummersbach-Ikone Kyung-Shin Yoon vorbei. „Berlin hat eine super Abwehr gespielt“, sagte Glandorf, dem an diesen Abend nur drei Treffer gelangen. Das Problem der Füchse liegt eben nach wie vor im Angriff, daran konnte auch Hans Lindberg (9/5 Tore) nichts ändern, der wieder einmal der beste Werfer der Partie war.


