Berlin

Füchse-Torhüter halten, was sie versprechen

Stochl und Heinevetter sichern den Pflichtsieg gegen Anaitasuna

Berlin. Es war, als wäre Petr Stochl plötzlich ein zusätzliches Paar Arme gewachsen. Innerhalb eines Spielzuges wehrte der Torhüter der Füchse Berlin drei freie Bälle aus sechs Metern Entfernung ab. Innerhalb der letzten zwei Spielminuten legte der 41-Jährige noch drei weitere Paraden nach, ließ keinen Treffer mehr zu und leistete damit einen großen Beitrag zum 34:23 (17:10) der Füchse im EHF-Cup gegen Helvetia Anaitasuna.

„Die Torhüter der Füchse haben das Spiel dominiert“, sagte Gäste-Trainer Juan Apecetxea. „Die vielen gehaltenen Bälle und die daraus entstandenen Konter haben das klare Ergebnis herbeigeführt.“ Mit insgesamt elf und zwölf Paraden pro Spielhälfte waren Kapitän Stochl und Nationaltorhüter Silvio Heinevetter vor 5983 Zuschauern die Helden des Tages. Beste Werfer waren Hans Lindberg mit sieben und Mattias Zachrisson mit fünf Toren.

Heinevetter, der die drei Partien zuvor durchgespielt hatte, weil Stochl mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, begann wie gewohnt und parierte gleich nach fünf Minuten den ersten Strafwurf der Spanier. Auch der Rest der Mannschaft agierte extrem konzentriert, so dass die Berliner sich zur Halbzeit einen deutlichen Vorsprung herausarbeiten konnten.

Am Mittwoch im DHB-Pokal gegen den SC Magdeburg

Im Hinspiel in Pamplona hatten die Füchse zur Halbzeit fast ebenso hoch (17:11) geführt, dann aber durch die Umstellung der Spanier auf eine offensive Abwehr viele Fehler produziert und es noch einmal knapp werden lassen (30:28). Auch dieses Mal ließen die Füchse in der zweiten Hälfte nach. Die 4:2-Deckung der Gegner, aber auch die vielen Wechsel von Trainer Velimir Petkovic brachten Unruhe ins Spiel. Dank zahlreicher Fehlwürfe kam Helvetia auf drei Tore heran (19:16/39.). „Das sollte nicht passieren“, sagte Stochl. „Bei den vielen Partien, die wir im Moment bestreiten, ist es aber wichtig, dass die Stammspieler Entlastung bekommen.“ Petkovic brachte Stochl für Heinevetter, Drago Vukovic und zwischenzeitlich sogar Neuling Oliver Milde als Spielmacher. Anschließend sagte er: „Eigentlich hatte ich gar keinen Spielmacher, ich habe da einfach einige Spieler hingestellt.“ Die Frage, wer sich am besten als Regisseur eignet, wird die Füchse sicherlich noch eine Weile beschäftigen. Wenn die Berliner weiterhin auf ihre starke Abwehr mit den zwei herausragenden Schlussmännern setzen können, und viele Tore im Gegenstoß erzielen, hat die Lösung aber möglicherweise etwas weniger Dringlichkeit – zumindest gegen einen Gegner wie Helvetia Anaitasuna. „Das war ein Pflichtsieg“, stellte Petkovic klar.

Als nächstes erwartet die Füchse im EHF-Cup die schwierige Auswärtspartie gegen St. Raphael. Auch hier brauchen sie dringend einen Sieg, um sich doch noch Platz eins der Gruppe zu sichern. In der Liga stehen die Berliner nach dem Sieg gegen Leipzig und Hannovers deutlicher Niederlage am Sonntag in Göppingen (19:30) wieder auf Rang zwei.

Doch schon am Mittwoch wartet die nächste Herausforderung auf die Berliner: Gegen den SC Magdeburg haben die Füchse die Chance, zum ersten Mal seit 2015 wieder ins Final Four des DHB-Pokals einzuziehen (19 Uhr, Schmeling-Halle). „Ich bin froh, dass ich dieses Spiel zum Eingewöhnen hatte“, sagte Petr Stochl. „Jetzt interessiert mich erst einmal nur Magdeburg.“