Der Trainer war diesmal gnädig gewesen. Peter Stöger ließ Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang wieder mitwirken bei Borussia Dortmund. Zwei Partien hatte der 28-Jährige zuletzt gefehlt wegen seines eigenwilligen Verhaltens, mit dem er einen Wechsel noch im Januar forcieren will. Viele Zuschauer nehmen ihm dies übel: Sie pfiffen ihn aus bei seinem potenziell letzten Spiel für Dortmund, das mit einem glücklichen 2:2 (1:1) gegen den SC Freiburg endete.
Ein Wechsel zum FC Arsenal steht noch immer im Raum. Die Verhandlungen zwischen dem BVB und Arsenal stocken aber, es naht die Schließung des Transferfensters am 31. Januar. „Wir haben eine klare Position“, betonte Sportdirektor Michael Zorc: „Entweder werden unsere Forderungen erfüllt, dann kann es einen Transfer geben. Oder nicht, und er spielt bis zum Sommer in Dortmund. So ist es auch mit seiner Familie besprochen.“ Angeblich verlangen die Dortmunder für Aubameyang 70 Millionen Euro.
Doch auch die Anwesenheit des für gewöhnlich gefährlichsten Angreifers belebte das Dortmunder Spiel im Vergleich zu den bisherigen Partien nicht wirklich. „Diese Leistung ist nicht zu erklären. Ich bin ein bisschen sprachlos“, so Zorc. Schließlich ist der Anspruch des BVB, auch in der kommenden Saison wieder in der Champions League vertreten zu sein. Das gelingt, wenn am Ende mindestens Platz vier zu Buche steht. Doch im neuen Jahr reiht die Borussia uninspirierte Leistungen, denen enttäuschende Unentschieden entspringen, aneinander. „Das ist alles in allem viel, viel, viel zu wenig“, bemängelte Zorc.
Shinji Kagawa brachte den BVB früh per Seitfallzieher in Führung (9. Minute), doch Nils Petersen drehte die Partie für Freiburg, als er erst eine kollektive Schläfrigkeit (21.) und dann einen verheerenden Fehlpass von Nuri Sahin (68.) ausnutzte. Aus knapp 40 Metern hob er den soeben gewonnen Ball gegen Roman Bürki ins Tor. Erst Jeremy Toljans Schuss von der Strafraumgrenze brachte Sekunden vor dem Ende den Ausgleich, der nicht wirklich verdient war, weil das Offensivspiel hakte, weil Quer- und Rückpässe produziert wurden, die das Verständnis mancher Fans aufbrauchten. Sie pfiffen die Mannschaft während des Spiels, zur Halbzeit und bei Schlusspfiff aus.
Bürki war deswegen nicht amüsiert. „Ich glaube manchmal, die Leute auf der Ost- und Westtribüne gehen samstags ins Stadion, schauen, wie es läuft und pfeifen dann ihre eigene Mannschaft aus“, beschwerte sich der Torwart unter Ausklammerung der Südtribüne: „Bei einer Mannschaft, die sich verunsichert fühlt, ist das das falsche Mittel, um ihr etwas zu zeigen. Diese Leute haben keine Ahnung von Fußball und sollten lieber Zuhause bleiben.“ Zorc maßregelte seinen Angestellten dafür: „Ich weiß nicht, was ihn zu dieser Aussagen bewogen hat. Ich finde sie unpassend. Ich empfehle unseren Spielern, die auf dem Platz waren, sich das Spiel noch mal anzuschauen. Da müssen sie aufpassen, dass sie nicht selbst pfeifen.“

