Eine Minute vor Spielende riss Petr Stochl die Beine auseinander und sank in einen Spagat, den das Tanzteam von Dance Deluxe nicht eleganter hinbekommen hätte. Mit dem rechten Fuß wehrte der Torhüter der Füchse Berlin den Wurf von Anton Lindskog ab und grinste über seine eigene Beweglichkeit. „Manchmal bin ich nach so einer Aktion nicht sicher, ob ich es schaffe, wieder aufzustehen“, sagte der 41-Jährige.
Im Ligaspiel gegen die HSG Wetzlar, das die Füchse 29:24 (12:13) gewannen, war der Füchse-Kapitän mal wieder ein wichtiger Faktor. HSG-Geschäftsführer Björn Seipp nannte ihn sogar den „Matchwinner“. Stochl kam in der zweiten Hälfte für Silvio Heinevetter aufs Feld und stand stellvertretend für das zweite Gesicht, das die Füchse in den zweiten 30 Minuten zeigten. Waren die Beine zunächst noch etwas müde und die Würfe unpräzise, zogen die Füchse das Tempo vor 8389 Zuschauern, das gesamte DHB-Präsidium eingeschlossen, deutlich an. „In der Pause habe ich mehr Leidenschaft und Aggressivität verlangt“, sagte Füchse-Trainer Velimir Petkovic. Die Spieler gehorchten.
Zugang Mandalinic gibt sein Debüt für die Füchse
Mal war es der siebenmalige Torschütze Nenadic, der den Gästen den Ball vor der Nase wegfischte, mal streckte Steffen Fäth geistesgegenwärtig den Arm aus und leitete einen Gegenstoß ein. Die letzte Viertelstunde gestalteten die Gastgeber so klar, dass Petkovic auch Zugang Stipe Mandalinic drei Minuten Einsatzzeit geben konnte. Nach der Partie lief er zufrieden in die Katakomben. „Bravo“, sagte er zu Stochl und gab seinem Schlussmann einen Klaps auf den Po. Dank der zwei Punkte sind die Füchse wieder Tabellenführer und erhalten zur Belohnung drei Tage frei, da sie erst am 10. Dezember Melsungen empfangen.


