Im Januar ist er 30 Jahre alt geworden, im Herbst seiner Fußballkarriere will Alexander Baumjohann nun noch einmal nach Brasilien wechseln. „Ich habe diverse Anfragen“, sagte er beim brasilianischen Internet-Portal UOL Esporte. Er suche „eine neue Herausforderung“. Es gebe Anfragen auch aus Asien, aber als Deutscher in Brasilien zu spielen, könne er sich gut vorstellen.

Zuvor hatte sich Baumjohann nach vier Jahren in Berlin über den Kurznachrichtendienst Twitter von den „lieben Hertha-Fans“ verabschiedet. „Ich möchte mich bei euch für die Unterstützung bedanken, obwohl ich nicht annähernd so oft auf dem Platz stehen konnte, wie ich es mir gewünscht hätte.“ In der Tat verlief das Kapitel Baumjohann (von 2013 bis 2017) für Hertha und auch den Spieler enttäuschend.

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Erst kamen die Verletzungen, dann die Unzufriedenheit

Fulminant hatte er in Berlin begonnen, war beim 6:1 gegen Frankfurt, 2:2 in Nürnberg, 1:0 gegen den HSV jeweils ein Schlüsselspieler. Doch in der vierten Partie (0:2 in Wolfsburg), riss ihm das Kreuzband im Knie. Die Saison war dahin. Als er sich wieder herangekämpft hatte, riss das Kreuzband im anderen Knie, 2014/15 fand ohne ihn statt. 2015/16 kam Baumjohann zwar auf 24 Einsätze, wurde aber 23 Mal eingewechselt.

Unzufriedenheit machte sich breit. Dem Profi missfiel sein Status, Trainer Pal Dardai war es zu wenig, was sein Joker bot. Trotz der Konstellation verlängerte Hertha im Frühjahr 2016 den Vertrag noch einmal um ein Jahr. Doch nun hatten sich Spieler und Trainer gar nichts mehr zu sagen – der Mittelfeldakteur wurde trotz diverser Verletzungsprobleme bei Hertha von Trainer Dardai nicht einmal mehr in den 18er-Kader berufen. Die Stimmung zwischen Arbeitgeber und Angestelltem war so, dass Baumjohann am letzten Spieltag seine eigene Verabschiedung im Olympiastadion schwänzte.

Baumjohann: Ich bin fit

Attraktive Bundesliga-Angebote, die sich Baumjohann erhofft haben mag, blieben aus. Deshalb nun der Schritt nach Brasilien. Ehefrau Tatjana ist Brasilianerin, die Familie besitzt ein Haus in Belo Horizonte. Angesprochen auf Cruzeiro Belo Horizonte, sagte er: „Das ist eine Möglichkeit. Aber es gibt auch andere Angebote.“

Er spreche portugiesisch und werde keine Anpassungsprobleme haben. Er wisse, dass in Brasilien bis zu 80 Saisonspiele ­anstehen. Alexander Baumjohann sagt: „Ich bin fit.“

ub