Pünktlich zum Start der Tour der France in Deutschland ist Emanuel Buchmann ins Rampenlicht gefahren. Bei der extrem schweren Tour-Generalprobe Criterium du Dauphine holte sich der 24-jährige Ravensburger das Weiße Trikot des besten Jungprofis, in der Gesamtwertung belegte er den siebten Platz und ließ dabei namhafte Fahrer wie Ex-Toursieger Alberto Contador oder Spaniens Altmeister Alejandro Valverde hinter sich. Auf der letzten von drei schweren Bergetappen fuhr Buchmann sogar Tour-Champion Christopher Froome und dem Australier Richie Porte davon. „Das ist mit Abstand mein größter Erfolg, ich bin nun bei den Allerbesten angekommen“, sagte der schüchterne Kletterspezialist nach seinem Coup.

Scheinbar spielend leicht ging der Mann aus dem deutschen Bora-hansgrohe-Team die Attacken der Stars mit. Schon auf der Königsetappe am Sonnabend habe er „nie ans Limit“ gehen müssen. Was ist also von Buchmann bei der am 1. Juli in Düsseldorf beginnenden Tour zu erwarten?

In diesem Sommer will Teamchef Ralph Denk seinen Youngster noch behutsam aufbauen, entsprechend stellt Buchmann keine großen Ansprüche. „Bei der Tour habe ich das Weiße Trikot eigentlich nicht im Blick, dort fahre ich für Rafal Majka“, sagt der nur 62 Kilogramm leichte Kletterer, der als Edelhelfer für den zweimaligen Tour-Bergkönig vorgesehen ist. Die Rollenverteilung kann sich in einer großen Rundfahrt aber immer schnell ändern.

Dass Buchmann das Zeug dazu hat, ist den Experten längst klar. Schon mit 22 Jahren hatte er 2015 sein Tour-Debüt gegeben und überzeugt. So belegte er auf der schweren Pyrenäen-Etappe über den Tourmalet hinweg den dritten Platz, 2016 fuhr er auf den 21. Gesamtrang. Nun scheint noch mehr drin zu sein.

dpa