Rekorde, Rekorde und noch mehr Rekorde: Weltfußballer Cristiano Ronaldo hat mit gerade mal 32 Jahren die nächsten Meilensteine gesetzt. Das Tor des Superstars von Real Madrid am vergangenen Spieltag beim 2:1 gegen Betis Sevilla war bereits sein 366. Treffer in einem europäischen Wettbewerb. Damit knackte der Portugiese die Bestmarke von Bayern-Legende Gerd Müller aus den 1970er-Jahren, zog mit dem Briten Jimmy Greaves gleich und wird bald für sich reklamieren dürfen, der beste europäische Torjäger aller Zeiten zu sein – mit der ihm eigenen Eitelkeit zwar, aber auch mit handfesten Beweisen.

Erfolge messbar zu machen, das hilft bekanntlich beim Nachweis der eigenen Bedeutsamkeit. Für einen wie Ronaldo, Markenname CR7, gilt das längst nicht mehr nur auf dem Rasen, sondern auch auf dem virtuellen Spielfeld. Insgesamt 265 Millionen Fans erreicht er über seine Internet-Accounts bei Facebook (120 Millionen), Instagram (94 Millionen) und Twitter (51 Millionen). Zum Vergleich: Der reichweitenstärkste deutsche Fußballer, Mesut Özil, kommt insgesamt auf knapp 60 Millionen Fans – auch das ein astronomisch hoher Wert. Herthas Top-Star Salomon Kalou hat nicht mal eine Millionen Follower.

2,25 Milliarden Interaktionen

Auch Genre-übergreifend gilt Ronaldo inzwischen als Maß aller Dinge. Der langjährigen Social-Media-Queen, Sängerin Taylor Swift (258 Millionen), ist er inzwischen enteilt. Noch beeindruckender als die reine Reichweite des egofixierten Kickers ist jedoch der Werbewert, der ihm zugeschrieben wird. Wie das in den USA ansässige Marktforschungsunternehmen „Hookit“ gezählt hat, generierte Ronaldo mit seinen insgesamt 1703 Posts auf den genannten Plattformen 2,25 Milliarden Interaktionen, also Likes, Kommentare, Shares, Retweets und Videoabrufe.

In 347 Posts war das Logo seines Privatausrüsters Nike zu sehen. Die entsprechenden Fotos und Videos sorgten für 477 Millionen Interaktionen – eine spektakuläre Werbepräsenz, die das Wirtschaftsmagazin „Forbes“ mit der noch spektakuläreren Werbesumme von 500 Millionen Dollar (!) beziffert. Nur im Jahr 2016, wohlgemerkt.

Bei der Firma mit dem berühmten „Swoosh“ werden sie daher wohl froh sein, dass sie Ronaldo vor zwei Jahren einen Vertrag auf Lebenszeit unterjubelten, der ihm eine Milliarde Dollar beschert. Nicht schlecht für eine Nebentätigkeit als Testimonial, aber aus dem Blickwinkel von „Hookit“ und „Forbes“ betrachtet eben auch nur zwei Jahresgehälter. Neben Ronaldo hat der weltgrößte Sportartikelhersteller nur die Basketball-Legenden Michael Jordan und LeBron James lebenslang an sich gebunden.

Aubameyang hat weniger Freiheiten als „CR7“

Pikant wird Ronaldos Privat-Deal dadurch, dass sein Klub Real Madrid seit Ewigkeiten von Adidas ausgerüstet wird. Ihm als Fußball-Marke Nummer eins werden jedoch mehr Freiheiten eingeräumt als etwa Dortmunds Pierre-Emerick Aubameyang. Der Stürmer hatte nach seinem Tor im Derby gegen Schalke mit einer Nike-Maske gejubelt, wofür der BVB und dessen Ausrüster Puma wenig Verständnis hatten. „Das war nicht zu tolerieren“, sagte Sportdirektor Michael Zorc.

Ein klärendes Gespräch und eine saftige Geldstrafe später (Medienberichten zufolge zwischen 50.000 und 100.000 Euro) waren sich die Klub-Verantwortlichen sicher, dass der Topstürmer die Botschaft verstanden hatte. Wenige Stunden später postete dessen älterer Bruder Willy jedoch ein Bild von sich mit besagter Maske – nebst Aubameyang in schwarz-gelbem Team-Outfit. Seinen Followern gefiel das. Den BVB-Bossen weniger.