Berlin

Die besten Reiter der Welt auf dem Sprung nach Berlin

Brandenburger Tor und Messegelände als Standorte im Gespräch für Global Champions Tour

Berlin. Ein internationales Reitturnier in Berlin? „Da haben wir doch schon ganz andere Abenteuer gemeistert“, sagt Volker Wulff. In Kuala Lumpur organisierte seine Agentur En Garde einst das erste Weltcupfinale außerhalb Europas und der USA. Selbst in Peking, wo Pferdesport keinen hohen Stellenwert hat, wurde ein Event etabliert. Das soll nun auch in Berlin gelingen, wo seit 2009 kein großes Reitturnier mehr stattgefunden hat. In dieser Woche wurde bekannt, dass die Global Champions Tour vom 28. bis 30. Juli in der Hauptstadt Station macht. Organisator des Fünf-Sterne-Turniers: Volker Wulff.

Peter Fröhlich spricht von einem Glücksfall. Seit Jahren hatte der Geschäftsführer des Landesverbandes Pferdesport Berlin-Brandenburg auf eine internationale Reitveranstaltung gehofft, selbst ein kleineres Turnier hätte ihn schon zufriedengestellt. Nun bekommt Berlin ein Turnier der höchstdotierten Springsport-Serie der Welt.

Seit 2006 gibt es die Global Champions Tour, die Preisgelder liegen im sechsstelligen Bereich. Startberechtigt sind die besten 30 der Weltrangliste, darunter Stars wie Christian Ahlmann, Marcus Ehning oder Ludger Beerbaum. Berlin ist neben dem Deutschen Springderby (24. bis 28. Mai) in Hamburg die einzige deutsche Station der Serie, die Anfang April in Mexiko-Stadt startet.

Bis 1985 fand in der Hauptstadt das Weltcupfinale statt

„Wir freuen uns, dass Berlin wieder eine solch hochkarätige Reitsportveranstaltung bekommt“, sagt Fröhlich. „Die Global Champions Tour ist das Beste, was unsere Sportart zu bieten hat.“ Der Landesverband hätte ein solches Turnier selbst nicht auf die Beine stellen können, ergänzt er. „Dafür braucht es solche kommerziellen Agenturen wie En Garde, die dann auch das wirtschaftliche Risiko tragen.“

Berlin war mit dem CHI bis 2003 eine Station des Weltcups für Springreiter gewesen, bis 1985 fand in der Deutschlandhalle sogar das Finale statt. Doch mit dem Umzug ins Velodrom und später in die Messehallen begann der Niedergang. 2009 gab es noch einmal eine Veranstaltung in einem Hangar des Flughafens Tempelhofs, doch auch dieser Versuch scheiterte, weil Sponsoren fehlten. „Man hat nach dem Weggang aus der Deutschlandhalle nicht stark genug gegengesteuert gegen die Abwärtsspirale, die dadurch in Gang gesetzt worden war“, meint Wulff.

Seine Agentur ist seit 25 Jahren im Geschäft, organisiert unter anderem das Deutsche Springderby und den Weltcup in Leipzig. Beim Berliner Verband ist man daher zuversichtlich, dass der neue Wettbewerb ein Erfolg wird. „Daran habe ich überhaupt keine Zweifel“, sagt Geschäftsführer Fröhlich. Er hofft auf eine Initialzündung für den Reitsport in der Stadt, so wie damals durch das CHI: „Darüber haben die Leute gesprochen. Das hat bis in die Vereine hinein gewirkt, die dadurch mehr Zulauf hatten“, erinnert sich Fröhlich. „So etwas brauchen wir wieder, um den Stellenwert des Pferds in Berlin zu steigern.“

Das Engagement der Global Champions Tour ist auf mehrere Jahre angelegt. Wo genau das Reitturnier stattfinden wird, ist allerdings noch offen. „Wir sind in Gesprächen mit der Stadt, noch fehlt die endgültige Entscheidung, um einen möglichst attraktiven Ort zu bekommen“, berichtet Volker Wulff. Als Kandidaten gelten unter anderem der Pariser Platz am Brandenburger Tor und der Sommergarten auf dem Messegelände am Funkturm. Wulff sagt: „Es wird ein prominenter Ort sein. Irgendwo im Wald außerhalb der Stadt werden wir sicher kein Turnier veranstalten.“ Eine Entscheidung soll bis Ende des Monats fallen.

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