Colin Kaepernick (28), Quarterback und Hymnen-Boykotteur der San Francisco 49ers, hat es auf das Cover des Time Magazine gebracht. Der Spielmacher hatte sich zuletzt bei mehreren Spielen seines Teams geweigert, beim Abspielen der Nationalhymne zu stehen und kniete stattdessen.
Kaepernick erklärte, er habe sich mit seiner Geste gegen Rassismus, Ungleichbehandlung und Polizeigewalt wehren wollen. Zuvor hatte Kaepernick den republikanischen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump als „offen rassistisch“ bezeichnet. Trump wiederum riet darauf Kaepernick, die USA zu verlassen.
Dagegen verteidigte US-Präsident Barack Obama das Vorgehen des Football-Stars: „Er übt sein verfassungsmäßiges Recht aus, um ein Statement abzugeben“, sagte Obama. „Ihm liegen reale und legitime Fragen am Herzen, über die gesprochen werden muss.“
Auch andere Sportler knieten
Zahlreiche andere Sportler folgten seinem Protest seitdem. So hatte sich Fußballerin Megan Rapinoe vor dem Spiel ihrer Seattle Reign gegen die Chicago Red Stars bei der Nationalhymne niedergekniet.
„Das war mit voller Absicht“, erklärte Rapinoe nach dem 2:2 im Duell der National Women’s Soccer League (NWSL). Es sei „ein kleines Nicken“ in Richtung NFL-Quarterback Kaepernick gewesen, sagte die 31-Jährige, „und für all das, wofür er jetzt eingestanden ist“. Auch Kaepernicks Teamkollege Eric Reid schloss sich dessen Protest an.
This was a very disgraceful decision, by Time Magazine, putting @colinkae on their cover! I'm not buying Time Magazine anymore! #boycottNFL pic.twitter.com/V7fQV6eyjn
— ROCK ON OHIO (@ROCKONDUDE2) 23. September 2016
In ebendieser knieenden Pose und in voller Football-Montur ist nun Colin Kaepernick auf dem Titel des Magazins abgebildet. Daneben steht eine Wortkombination aus der Nationalhymne: „The Perilous Fight“ - ein gefährlicher Kampf.
Nicht jeder ist damit einverstanden: "Das ist eine sehr ehrlose Entscheidung des Time Magazine, Colin Kaeperling auf das Cover zu nehmen. Ich kaufe das Time Magazine nicht mehr“, twittert Rock on Ohio, ein bekennender Trump-Fan. "Es geht darum, alle Weißen im Warteraum des Zahnarztes wütend zu machen", meint Henn Giffey Jr.
Andere sind begeistert: „Ein wahrer amerikanischer Held, der einen guten Kampf für die Kultur feiert“, lobt ESPN-Sportjournalist Aaron Dodson.
BM


