Im Vip-Bereich floss der Champagner, doch auf dem Feld behielten die Guinness-Trinker die Oberhand: Irland hat die Polo-EM in Berlin für sich entschieden. Im Finale auf dem Maifeld besiegten die Iren am Sonntag das Team aus Frankreich mit 7:4. Zuvor hatte Deutschland die Bronzemedaille gewonnen. Die Gastgeber besiegten im kleinen Finale Österreich mit 6:5 nach Verlängerung. Es war erst die dritte deutsche Medaille bei Europameisterschaften, die erste seit 1999 – und das mit der jüngsten Nationalmannschaft aller Zeiten.
Die Deutschen fanden sich zunächst besser zurecht, gingen früh in Führung und lagen nach drei Abschnitten bereits mit 5:3 in Front. Teilweise kombinierten sie wie die spanische Fußballnationalmannschaft zu ihren besten Zeiten.
Der Spielzug von Niklas Steinle auf Heinrich Dumrath, weiter auf Caesar Crasemann und zurück zu Dumrath hatte schon etwas von tierischem Tiki-Taka. Die Zuschauer applaudierten begeistert – 20.000 kamen am Finalwochenende, darunter Prominente wie Schauspieler Heino Ferch, selbst Polospieler, und Modedesigner Guido Maria Kretschmer. Doch die Österreicher kamen noch einmal zurück, glichen kurz vor Schluss durch zwei Freischläge aus, eine Art Elfmeter. Nach zwei vergebenen Chancen brachte dann ein erneuter Freischlag die Entscheidung. „Wir haben großartigen Sport gesehen“, bilanzierte Oliver Winter, Präsident des Deutschen Poloverbands. „Die EM war hervorragend organisiert, vielleicht die beste aller Zeiten.“ Die Vertreter des Weltverbands ermunterten die Berliner, sich auch für die Ausrichtung einer WM zu bewerben.


