Am heutigen Dienstag beginnt der Vorverkauf für das größte Tennis-Ereignis seit langem in Berlin (ab 12 Uhr, www.adticket.de/DAVIS-CUP). Vom 16. bis 18. September steigt im Steffi-Graf-Stadion des LTTC Rot-Weiß an der Hundekehle die Relegationspartie um den Verbleib in der Weltgruppe des Davis Cups zwischen Deutschland und Polen.

13 Spiele in diesem Wettbewerb haben bislang in der Hauptstadt stattgefunden, die bis dato letzte allerdings liegt ein Vierteljahrhundert zurück. 1991 siegten in der mittlerweile abgerissenen Deutschlandhalle Boris Becker, Michael Stich und Eric Jelen unter Regie von Teamchef Niki Pilic mit 5:0 gegen Argentinien. Namen und Daten klingen wie Zeugnisse aus einer längst vergessenen Zeit.

Nun also ist Berlin wieder dran. „Höchste Zeit“, sagte DTB-Präsident Ulrich Klaus, der mit Sport-Staatssekretär Andreas Statzkowski, Rot-Weiß-Präsident Werner Ellerkmann und Davis-Cup-Kapitän Michael Kohlmann das bevorstehende Event präsentierte.

„Mehr als ein Lebenszeichen“

„Ich freue mich auf Berlin, das war mein Favorit“, bekundete Klaus. Immer wieder sei man in den Vorjahren bei Terminvergaben an fehlenden Hallenkapazitäten in der Hauptstadt gescheitert. „Wir mussten warten, dass alles so im Kalender passt, dass wir draußen spielen können“, erklärte er.

Dass dies nun auf dem „traditionsreichsten deutschen Centre Court“ geschehe, auf dem schon Boris Becker, Björn Borg, Michael Stich oder Steffi Graf ihre Spuren hinterlassen hätten, sei „mehr als ein Lebenszeichen“, sondern Befriedigung und Erfolgserlebnis zugleich.

Mit dem Match solle zugleich ein „kleiner Versuchsballon“ gestartet werden, um Berlin in Zukunft nach Möglichkeit zu einem häufiger erwählten Austragungsort zu machen. Bedingungen und Stadion seien hervorragend, versicherte Ellerkmann. Und auch Statzkowski lieferte ein Rot-Weiß-Bekenntnis ab.

Der LTTC stehe für Tradition und Qualität. Berlin könne sich durchaus auch wieder ein großes Tennisturnier vorstellen, wenn alle Faktoren passten. Allerdings sei es in Berlin nach wie vor schwer, einen großen Sponsor zu finden, dessen Einsatz nicht zuvörderst privatwirtschaftlich bestimmt sei. Beim Publikum ist auf jeden Fall Interesse da. Die Veranstalter – Deutcher Tennis Bund und Rot-Weiß – erwarten volle Ränge auf den 4200 Sitzplätzen des Stadions.