Radsport

Bei der Tour de France ist die Vorentscheidung gefallen

Der Brite Chris Froome gewinnt das Bergzeitfahren und ist dem dritten Triumph in Frankreich ganz nah. Die Verfolger verlieren an Boden.

Machtdemonstration im Kampf gegen die Uhr: Auf dem 18. Tagesabschnitt hat Chris Froome die diesjährige Tour de France für sich entschieden. Ein Einbruch erscheint auf den letzten Kilometern nach Paris kaum möglich

Machtdemonstration im Kampf gegen die Uhr: Auf dem 18. Tagesabschnitt hat Chris Froome die diesjährige Tour de France für sich entschieden. Ein Einbruch erscheint auf den letzten Kilometern nach Paris kaum möglich

Foto: JEAN-PAUL PELISSIER / REUTERS

Megève.  Chris Froome streckte die rechte Faust nach oben und freute sich mit einem breiten Grinsen unter seinem gelben Helm. Mit dem Sieg beim schweren Bergzeitfahren hat der 31 Jahre alte Brite seine Triumphfahrt bei der 103. Tour de France fortgesetzt. Froome distanzierte am Donnerstag seine Verfolger und das gesamte Feld ein weiteres Mal und feierte seinen zweiten Etappensieg.

Er kann nun gelassen den restlichen 405,5 Kilometern der Frankreich-Rundfahrt mit dem Ziel am Sonntag auf den Champs-Elysées entgegensehen. „Ich habe einen großen Vorsprung und bin selbstbewusst. Ich will das Trikot bis Paris tragen. Das Wichtigste ist jetzt, gesund zu bleiben“, sagte Froome. Zweiter wurde auf dem 17 Kilometer langen Teilstück von Sallanches nach Megève der Niederländer Tom Dumoulin vor dem Italiener Fabio Aru.

Froomes noch verbliebene, allerdings nur noch vermeintliche Rivalen um den Sieg büßten allesamt weitere Zeit ein. Bauke Mollema aus den Niederlanden hat nun schon 3:52 Minuten Rückstand vor den letzten drei Etappen, der drittplatzierte Adam Yates aus Großbritannien liegt 4:16 Minuten zurück, Nairo Quintana aus Kolumbien nach einem weiteren völlig enttäuschenden Auftritt sogar 4:37 Minuten.

Erst am Ende Dumoulin abgefangen

Um die Richtzeit von Dumoulin zu schlagen, musste sich allerdings auch Froome ein bisschen ins Zeug legen. Der niederländische Zeitfahr-Meister vom deutschen Giant-Alpecin-Team hatte bereits den ersten Kampf gegen die Uhr bei der diesjährigen Tour gewonnen sowie die Bergetappe nach Andorra. Die Zeitmessung stoppte Dumoulin im Ziel bei 31:04 Minuten.

Er konnte nun nichts anderes mehr tun als warten, bis Froome von der Rampe in Sallanches rollte. Der Brite setzte wie Dumoulin auf eine Zeitfahrmaschine, ließ hinten sogar ein Scheibenrad aufziehen. Bei der ersten Zwischenzeit betrug sein Rückstand allerdings 23 Sekunden.

Der Schweiß rann aus seinem gelben Helm. Bei der zweiten Zwischenzeit nach zehn Kilometern lag er bereits nur noch zehn Sekunden hinter Dumoulin. Im Ziel war er 21 Sekunden davor. „Klar, das ist enttäuschend“, sagte Dumoulin.

Martin: „Das war ein halber Ruhetag für mich“

Dass dieses Zeitfahren keines für den dreimaligen Weltmeister Tony Martin werden würde, war angesichts des Profils vorher klar. Der 31 Jahre alte Cottbuser erreichte das Ziel in 34:15 Minuten. „Vielleicht hätte ich einen Platz unter den Top 20 erreichen können, aber ich hatte mich entschieden, mich etwas zurückzuhalten und bin mit einem anständigen Tempo gefahren, um vielleicht noch ein bisschen Kraft zu sparen für die nächsten Tage. Das war ein halber Ruhetag für mich“, sagte er anschließend.

Noch vor Martin konnte sich Simon Geschke einreihen. Der 30-Jährige vom Team Giant-Alpecin, vor einem Jahr Etappensieger in den Alpen, lag in 33:39 Minuten klar vor Martin. Geschke plant wie Emanuel Buchmann noch einen Ausreißversuch in den Alpen. „Ich habe mich ein bisschen geschont für die nächsten beiden Etappen“, sagte Buchmann, der auf Rang 42 mit 2:43 Minuten Rückstand bester Deutscher war und im Klassement nun 21. ist.

Abhaken als überstanden konnten die Sprinter wie Marcel Kittel und André Greipel die kürzeste, aber dennoch fordernde Etappe.