Tour de France

Mark Cavendish düpiert deutsche Fahrer zum Auftakt

Der Brite mogelt sich an Kittel und Greipel vorbei zum Sieg auf der ersten Etappe der Tour de France. Ein Deutscher überrascht aber.

Geschafft: Mark Cavendish setzt sich gegen die Konkurrenz mit Marcel Kittel (r.) durch

Geschafft: Mark Cavendish setzt sich gegen die Konkurrenz mit Marcel Kittel (r.) durch

Foto: Sebastien Nogier / dpa

Utah Beach.  Mark Cavendish (31) hat die Hoffnungen der deutschen Topsprinter auf das Gelbe Trikot zum Tour-Auftakt mit seinem Sieg in Utah Beach zerstört. André Greipel und Marcel Kittel waren im Ziel der ersten Etappe der 103. Frankreich-Rundfahrt die großen Verlierer.

Der Ex-Weltmeister aus Großbritannien gewann die 1. Etappe auf geschichtsträchtigem Boden, wo die Alliierten 1944 das Ende des Zweiten Weltkrieges eingeleitet hatten, vor Kittel und Weltmeister Peter Sagan. Der 33 Jahre alte Greipel, der weiter auf das erste Gelbe Trikot seiner Karriere wartet, wurde nach 188 Kilometern Vierter.

Sein Team Lotto-Soudal und Kittels Equipe Etixx-Quickstep kämpften die letzten Kilometer auf der langen Zielgeraden in rasendem Tempo Kopf an Kopf. Cavendish, der seinen 27. Tour-Etappensieg feierte, mogelte sich dazwischen und düpierte die beiden deutschen Topfavoriten. „Natürlich bin ich enttäuscht“, sagte Kittel: „Es hätte heute alles stimmen müssen, das hat es aber nicht. Ich musste 350 Meter vor dem Ziel antreten, das war zu weit.“

Deutscher holt erstes Bergtrikot

Eine gute Nachricht gab es dann doch von deutschen Fahrern: Paul Voß vom Zweitliga-Team Bora-Argon 18 gewann als Ausreißer die beiden einzigen Bergwertungen des Tages und holte sich damit das erste rot-weiß-gepunktete Bergtrikot.

Im kommenden Jahr will seine Mannschaft, diesmal zum dritten Mal mit einer Wildcard am Start, mit deutlich gesteigertem Etat in der Eliteliga WorldTour mitmischen. „Der Coup war geplant, wir werden versuchen, das Trikot so lange wie möglich zu verteidigen“, sagte Bora-Teamchef Ralph Denk.

Mitfavorit Alberto Contador erwischte dagegen einen schmerzhaften Start. 79 Kilometer vor dem Ziel stürzte der zweifache Toursieger aus Spanien an einer Verkehrsinsel und verletzte sich an der Schulter. Er musste vom Tourarzt versorgt werden, setzte seine Fahrt aber fort und erreichte das Ziel zeitgleich mit dem Tagessieger.

Zurückhaltende Favortiten

Die übrigen Topfavoriten auf den Gesamtsieg, Vorjahressieger Chris Froome und Nairo Quintana, hielten sich beim nervösen Tour-Auftakt erwartungsgemäß zurück. Auch sie erreichten das Ziel ohne aufeinander Zeit eingebüßt zu haben. Quintana war gewarnt: Der zweifache Tour-Zweite hatte 2015 auf dem zweiten Abschnitt in Zeeland 1:28 Minuten Rückstand auf Froome - und damit die Tour verloren.

Der erste Tourtag endete mit einer Gedenkminute. Radprofis aus den USA, England, Deutschland, Belgien, Frankreich und Kanada legten eine Rose am Krieger-Denkmal der Kirche Sainte-Marie-du-Mont nieder.