Radsport

Tour de France startet im Schatten der Fußball-EM

Bei der Großen Schleife durch Frankreich kämpft Vorjahressieger Froome wieder um die Vorherrschaft auf dem Rad – und mehr Geld denn je.

Christopher Froome (r.) will die Tour zum dritten Mal gewinnen

Christopher Froome (r.) will die Tour zum dritten Mal gewinnen

Foto: JUAN MEDINA / REUTERS

Mont-Saint-Michel.  Richtig in die Pedalen treten sie erst am Sonnabend, doch schon am Donnerstagabend begann die Einstimmung auf die diesjährige Auflage der Tour de France. Fahrer und Teams wurden feierlich vorgestellt. Auf die ersten Bilder darf man sich besonders freuen, denn die Radprofis starten diesmal vor der monumentalen Kulisse der Mont-Saint-Michel, der Felseninsel mit der gleichnamigen Abtei im Nordosten Frankreichs.

Trotz der beeindruckenden Motive radeln die Profis eine Woche lang noch mehr oder weniger im Schatten. Bis zum 10. Juli beherbergt Frankreich die Fußball-Europameisterschaft. In Sachen Sicherheit hat das Land allein mit dem Turnier genug Herausforderungen zu bewältigen, nun finden gleich zwei der größten Sportveranstaltungen der Welt parallel bei den Franzosen statt. Die Polizeipräsenz wurde wegen anhaltender Terrorgefahr auch bei der Tour erhöht. Zum ersten Mal werden die Experten der Sondereinheit GIGN, dem französischen Gegenstück der deutschen GSG 9, eingesetzt.

Einige heikle Themen

Doch das ist beileibe nicht das einzige heikle Thema: Veranstalter und Weltverband UCI kämpfen mit Wärmebildkameras gegen Motordoping, Begleit-Motorräder und -Fahrzeuge stehen nach schweren Unfällen in dieser Saison unter Beobachtung.

Sportlich geht es darum, die Frage zu klären, wer Vorjahressieger Christopher Froome bei der 103. Tour de France die Stirn bieten kann. „Es wird hart in diesem Jahr, weil so viele starke Fahrer dabei sind“, sagte der 31-jährige Brite, ließ die Konkurrenz aber auch schon mal wissen: „Ich bin so erfolgshungrig wie nie.“

Die größten Herausforderer heißen Alberto Contador (Spanien) und Nairo Quintana (Kolumbien). Vor den Rivalen liegen 3519 Kilometer, ein großer Teil davon verteilt auf neun Bergetappen mit vier Bergankünften. Unterwegs gibt es für die Athleten so viel Geld zu verdienen wie nie zuvor.

Deutsche schauen auf Tagessiege

Insgesamt schütten die Veranstalter Prämien in Höhe von 2,3 Millionen Euro aus, eine halbe Million davon erhält allein der Tourgewinner. Auch die Preisgelder für Etappensiege sind gestiegen, von 8000 auf 11.000 Euro. Gut vor allem für die deutschen Profis um Marcel Kittel, André Greipel und Tony Martin. In den vergangenen drei Jahren holten sie 19 Tagessiege – so viele wie keine andere Nation.