In Frankreich beginnt das Viertelfinale, in Berlin die Fashion Week. Ein Dilemma für Spielerfrauen. Wohin nun? Auf der einen Seite schöne Menschen in trendigen Klamotten, die auf und ab stolzieren und den Abverkauf von Kleidung für die Hersteller forcieren sollen – und auf der anderen Seite halt die Fashion Week.
Schwierige Entscheidung. Fast so schwierig, wie mit den Hashtags zur EM klarzukommen. Hashtags sind toll, um sich bei Twitter thematisch schnell orientieren zu können. Aber man muss schon aufpassen, dass man bei #WALRUS nicht an eine Robbe mit langen Zähnen oder bei #AUTHUN an Dosenfisch denkt. Und stellen Sie sich mal vor, im Finale treffen Wales und Island aufeinander. Dann gibt es eine weltweite Welle der Empörung von Tierschützern, die gegen den Verzehr von #WALICE protestieren.
Stichwort protestieren: Ist es nicht herzerwärmend, wie England gegen den #BREXIT meutert und gegen die Fußballgroßmacht Island versagt? Als wollten die Spieler sagen: „Das habt Ihr jetzt davon, Ihr Deppen“. In der WM-Qualifikation wartet auf die drei Löwen übrigens bald Malta. Normalerweise könnte Jamie Vardy gegen diesen Zwerg alleine und volltrunken mit ein paar früheren Saufkumpanen gewinnen, aber das dachte man von den Wikingern auch.
Apropos Wikinger: Männer mit Bärten gibt es auch in Berlin. Dort nennt man sie allerdings Hipster. Das ist kein Hashtag, sondern irgendwie ein Zustand. Der größte Hipster in unserem Kader ist Alexander Gaulands Wunschnachbar Jérôme Boateng: Coole Brille, geile Frisur und Designerhosen, die aussehen, als hätte er vergessen, nach dem Klobesuch die Joggingbuchse hochzuziehen.
Die EM geht auf die Zielgerade und die Pausen zwischen Spielen werden länger. Fast so lang wie die Gesichter bei EM-Sponsor Socar, wenn klar wird: Kein einziger Fan hat begriffen, dass es sich um einen Energieanbieter aus Aserbaidschan handelt. Was kommt als nächstes? Boygroups aus Island? EM-Kolumnen von einer Frau?
Marie von den Benken teilt ihre Fußball-Leidenschaft auch als @Regendelfin auf Twitter

