TV-Experte

ARD bestreitet angebliches Millionen-Honorar für Scholl

Laut Medienberichten verdienen TV-Experten bei ARD und ZDF Millionen für ihre Kommentare. Die ARD weist die Berichte nun aber zurück.

Mehmet Scholl analysiert in der ARD die Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Mehmet Scholl analysiert in der ARD die Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

Foto: Maja Hitij / dpa

München.  Kassiert Mehmet Scholl für jeden TV-Auftritt während eines Fußball-Länderspiels 50.000 Euro? Und das aus Geldern der Gebührenzahler? Die ARD hat auf diese Fragen nun geantwortet und sagt: Nein. „Es gleicht beinahe schon vorsätzlicher Bösartigkeit, welche Zahlen auch hier im Zusammenhang mit dem Expertenvertrag von Mehmet Scholl geschrieben und vervielfältigt werden“, erklärte ARD-Sportkoordinator Axel Balkausky am Dienstag zu den kursierenden Gerüchten. Genaue Zahlen nannte er aber nicht.

Der frühere Nationalspieler Scholl kommentiert derzeit die EM-Spiele in Frankreich im Ersten und erhält nach Angaben des Medien-Branchendienstes „kress pro“ insgesamt 1,6 Millionen Euro im Jahr. „Generell werden wir uns zu vertraglichen Inhalten unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht äußern. Nur so viel, auch diese derzeit im Raum stehenden Summen entsprechen nicht annähernd der Realität und entbehren jedweder Grundlage“, ergänzte Balkausky.

Medien-Journalist brachte Zahlen in Umlauf

Nicht nur bei Sport-Experten, sondern auch in anderen Fällen sorgt die Finanzpolitik der öffentlich-rechtlichen Sender für Diskussionen. Auch Show-Master wurden etwa hohe Honorare zugestanden. Dies war beispielsweise dann möglich, wenn die Prominenten von Tochterfirmen der Sender bezahlt wurden. Bei den einzelnen Rundfunkanstalten hingegen sind ausufernde Honorare ausgeschlossen. Zudem kritisieren Beobachter, dass die ARD nicht offenlegt, wie viel sie für die Rechte an Sportübertragungen – beispielsweise der Bundesliga – ausgibt. (dpa/ac)