Basketball

Alba glänzt mit den Waffen des Gegners

Die Berliner verwandeln beim Sieg über Phoenix Hagen gleich elf Dreier. Dabei hatte das Spiel für Alba gar nicht gut begonnen.

Berlin.  Es war nur ein Heimsieg, der keinen überraschte. Und die Spieler von Alba Berlin lagen sich auch nicht überschwänglich glücklich in den Armen. Aber sie waren ganz offensichtlich zufrieden – und durften es auch sein.

Sie haben am Sonntag eine unbequem zu spielende Mannschaft wie Phoenix Hagen klar mit 108:72 (52:38) besiegt und alle Probleme, die man mit dem Team aus Westfalen haben kann, mit Bravour gelöst.

Gerade nach der bitteren Heimniederlage nach Verlängerung eine Woche zuvor gegen Oldenburg könnte das ein Erfolgserlebnis sein, das in die Zukunft wirkt. Es schien, als würden auch Albas Spieler das spüren.

Nach Rückstand dreht Alba auf

Hagen war als das Team angereist, das in der Liga am häufigsten sein Glück aus der Distanz sucht, im Schnitt 26,9 Mal. Alba ließ nur 21 Dreier-Versuche zu, von denen nur sieben ihr Ziel fanden, traf aber selbst elf Mal bei 23 Versuchen.

Phoenix wurde aber nicht nur mit den eigenen Waffen geschlagen, sondern nach einem ersten Viertel, an dessen Ende die Gäste noch 22:20 führten und dafür von ihrem Coach Ingo Freyer großes Lob bekamen, mehr oder weniger auseinander genommen.

Alba gewann das Rebound-Duell 41:21, gab 23 entscheidende Pässe (Hagen neun), machte 108 Punkte und distanzierte den Gegner mit 36 Zählern. Beides sind Saison-Bestmarken, nachdem die Berliner im Oktober 104:71 in Gießen gewonnen hatten.

Giffey feiert ein gutes Comeback und hat viel Spaß dabei

Normalerweise macht man einen solchen Sieg nur an einer Person fest, wenn diese die Hälfte aller Punkte und Rebounds erzielt und geholt hätte. Von beidem war Niels Giffey (elf Punkte/fünf Rebounds) weit entfernt, dennoch war bei seinem Comeback zu sehen, wie sehr er Alba während seiner viermonatigen Verletzungspause gefehlt hat.

„Er kann werfen, rebounden, passen und verteidigen“, bringt Kresimir Loncar die Vorzüge seines Mitspielers auf den Punkt. Dem Rückkehrer selbst hat es einfach nur „Spaß gemacht, mit den Jungs wieder Basketball zu spielen“.

Giffeys Dreier-Versuche eins und zwei waren viel zu kurz, der dritte war drin, gleich danach dribbelte er sich in der gegnerischen Abwehr fest, wurde prompt ausgewechselt und – völlig normal – von Coach Sasa Obradovic zusammengefaltet.

‚Endlich wieder’ schien in Giffeys Gesicht zu stehen. Auch dieses unausweichliche Zubrot zur Freude, Basketball spielen zu dürfen, hatte er endlos lang entbehren müssen.