Am Ostersonntag ist für die Galopp-Fans aus Berlin und Umgebung das Warten vorbei. Das Warten auf rassige Vierbeiner, auf Spektakel, prominent-schönes Publikum in extravagantem Textil und opulente Wettgewinne. Dann startet auf der von vielen Liebhabern als schönste Rennbahn Europas apostrophierten Anlage, wo seit 1868 um Pokale und das große Geld geritten wird, die Turfsaison 2016. Es wird der erste von elf Renntagen in Hoppegarten sein, die am 3. Oktober mit dem Preis des Tags der Deutschen Einheit ihr „möglichst glanzvolles Finale“ finden werden. So hofft es Rennbahnbesitzer Gerhard Schöningh.

Gewinne hat die Rennbahn bisher noch nicht abgeworfen

2008 hat der Fondsmanager Hoppegarten übernommen, besser muss man wohl sagen, vor dem Aus gerettet. Mit privatem Geld, kolportiert werden jährlich bis zu siebenstellige Summen. Einstweilen hat er den Galopp-Betrieb konsolidiert, etabliert, in ruhiges Fahrwasser und langsamen Vortrieb gebracht. Freilich vorerst immer ohne Gewinnmargen. So tut er sich auch schwer, nach der Überschrift für die bevorstehenden sechs Monate eine kurze, griffige Antwort zu finden. Und sagt schließlich: „Wir wollen weitere Schritte nach vorn machen.“

Das heißt, Zuschauer gewinnen, die Totoumsätze steigern, Hoppegarten zum Ziel für die ganze Familie machen, „und vor allem Top-Sport bieten“. Am Sonntag soll es damit „im Paket“ losgehen. Die Voraussetzungen sind gut. So lautete der erste Satz einer Pressemitteilung: „Am voraussichtlich wärmsten Tag des Jahres wird am Ostersonntag zur Eröffnung der Rennsaison 2016 in Berlin-Hoppegarten Massenbesuch erwartet.“ Damit der keine Eintagsfliege bleibt, hält das Jahresprogramm weitere Highlights bereit. Darunter sind zwei Renntage der 2016 erstmals ausgetragenen German Racing Champions League. Der Große Preis von Berlin am 14. August und der Preis der Deutschen Einheit am 3. Oktober sind Bestandteil der elf Rennen der Serie für dreijährige und ältere Pferde.

Am 8. Mai beginnt sie in Köln, am 1. November in München steigt das Finale. Ermittelt werden das beste Pferd, der beste Reiter und der beste Trainer. Noch ist die Champions League an sich vor allem eine Sache der Ehre (abgesehen von der üblichen Dotierung der einzelnen Rennen), „aber das Prädikat Sieger der Champions League an der Stalltür hat schon einen speziellen Wert, der sicher auch finanzielle Langzeitwirkungen hat“, sagt Hoppegarten-Geschäftsführer Dietrich von Mutius. Die erhoffte mediale Präsenz sieht Besitzer Schöningh als „sehr, sehr gute Sache für den Sport, die einen hohen Wiedererkennungswert hat“. Wichtig für ihn ist allerdings zunächst einmal der Saisonstart.

Wie Wetter sich den Eintrittspreis sparen können

Hauptereignis der acht Rennen wird der gut besetzte „Preis des Gestüts Röttgen“ für vierjährige und ältere Stuten sein, bei dem elf Reiter-Pferd-Paare am Start sind, die einen spannenden Vergleich versprechen. Für die passionierten Wetter unter den Turf-Fans gibt es noch eine weitere Neuheit, die vielversprechend klingt. „Wetten statt Eintritt“ nennt sich ein nur an der Tageskasse erhältliches Angebot (Stand „Spezial-Tickets“ am Haupteingang), das beim Kauf von Wettgutscheinen im Wert von 75 Euro freien Zugang zum Rennplatz beinhaltet – womit 22 Euro Eintritt gespart werden.