Als die deutsche Nationalmannschaft am Dienstagmittag im Grand Hyatt am Potsdamer Platz ankam, war die Stimmung gedrückt. Die Terroranschläge von Brüssel hatten sich herumgesprochen. Es war, als kehre ein Gespenst zurück. Seit den Anschlägen von Paris am 13. November 2015, die sich unter anderem vor dem Stade de France ereigneten, in dem das Team des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gegen Frankreich spielte, sind sie beim Verband besonders sensibilisiert. Der Test gegen die Niederlande vier Tage später in Hannover wurde wegen einer Terrorwarnung abgesagt.

Bundestrainer Joachim Löw wollte sich mit den Partien am Sonnabend in Berlin gegen England und gegen Italien (Dienstag in München) wieder sportlichen Themen widmen. Nun sieht er sich erneut mit Sicherheitsfragen konfrontiert. „Selbstverständlich fließen die jüngsten Ereignisse von Brüssel und die Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden vor Ort in die Lageeinschätzung ein“, sagte der Sicherheitsbeauftragte des DFB, Hendrik Große Lefert. Konkrete Erkenntnisse für eine Gefährdung der beiden Partien lägen derzeit jedoch nicht vor. „Unser Ziel ist immer, die maximale Sicherheit der Fans und Sportler zu gewährleisten“, sagte Große Lefert, betonte aber, dass „im öffentlichen Raum niemand eine hundertprozentige Sicherheit garantieren kann“.

Nicht nur die Sicherheitsabteilung des DFB beschäftigt sich mit der erneuten Terrorangst – auch die Mannschaft. „Das ist eine schwierige Situation“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff. „Wir werden uns als Sportliche Leitung überlegen, wie wir damit auf die Mannschaft zugehen. Es ist mit Sicherheit ein Thema, das die Spieler nach den Ereignissen von Paris beschäftigt“, so Bierhoff.

„Wenn man selbst beteiligt war, weiß man, wie es den Leuten dort (in Brüssel, d. Red.) jetzt geht“, sagte Weltmeister Shkodran Mustafi. Lukas Podolski, der als Spieler von Galatasaray Istanbul in der Türkei aktuell in ständiger Terrorfurcht leben muss, sagte: „Man muss lernen, mit der Angst umzugehen. Das ist eine Situation, die uns allen Sorgen bereitet. Man kann aber jetzt nicht alle Länderspiele absagen.“ Das Olympiastadion wird am Sonnabend nahezu ausverkauft sein. Nur noch ein Restkontingent an Karten ist vorhanden.

mey