Nachfolger von Armin Veh

Ex-Herthaner Niko Kovac wird Trainer bei Eintracht Frankfurt

Ein Berliner wird Nachfolger von Armin Veh als Trainer bei Eintracht Frankfurt. Weggefährte Pal Dardai hat sich auch schon geäußert.

Niko Kovac neuer Trainer bei Eintracht Frankfurt

So sieht der neue Trainer des Fußball-Bundesligisten Eintracht Frankfurt aus. Niko Kovac wurde am Dienstag der Öffentlichkeit vorgestellt. Am Sonntag war bekanntgeworden, dass sich der Traditionsverein von Trainer Armin Veh getrennt hatte. Vorstandsvorsitzender Heribert Bruchhagen zu Beginn der Pressekonferenz: "Und wir glauben, aus Überzeugung die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Wir haben diese Entscheidung einstimmig getroffen. Und sind froh, dass wir am heutigen Tag einen Neubeginn starten können, mit dem heutigen Nachmittagstraining. Und dass wir in Niko Kovac den Kandidaten gefunden haben, von dem wir glauben, dass er unsere Ziele erreichen wird." Der 44-jährige Niko Kovac war zuletzt Nationaltrainer seines Heimatlandes Kroatien gewesen. Sein Bruder Robert Kovac assistierte ihm und ist auch jetzt in Frankfurt mit dabei. Zurzeit steht die Eintracht auf Platz 16 der Bundesliga-Tabelle. Das wäre ein Relegationsplatz. "Ich bin hier hergekommen, um in der Liga zu bleiben. Das ist, glaube ich, ein Zeichen nicht nur von mir, sondern auch vom Verein. Und ich denke auch überhaupt nicht über etwas anderes nach, denn ich will ja die Mannschaft erreichen. Und ich kann ja nicht jemanden erreichen, wenn ich mir irgendwo ein Hintertürchen offen lasse. Ich bin dort absolut zuversichtlich und deshalb auch die Entscheidung." Niko Kovac mit seiner Einschätzung der Mannschaft: "Das größte Problem, was ich gesehen habe, ist vielleicht, die zwei Hälften, die letzten Endes dann entstehen in der Mannschaft. Also die Kompaktheit, sowohl im offensiven Bereich als auch im defensiven Bereich." Neun Bundesliga-Spieltage bleiben den Kovac Brüdern noch, um bei der Eintracht das Ruder herumzureißen. Doch schon die nächste Partie könnte schwer werden. Dann müssen die Frankfurter in Gladbach antreten.

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Frankfurt/Berlin. Eintracht Frankfurt vertraut das Unternehmen Klassenerhalt einem Trainer-Neuling an: Nachfolger des entlassenen Armin Veh wird Niko Kovac. Der gebürtige Berliner erhält beim Bundesliga-Gründungsmitglied einen Vertrag bis 2017, der aber nur für die erste Liga gilt.

Frankfurt ist der erste Profiverein, den Kovac betreut. Von Oktober 2014 bis September 2015 war er Nationaltrainer in Kroatien. Als Co-Trainer bringt ­Kovac seinen Bruder Robert mit.

Heribert Bruchhagen, Vorstandschef bei Eintracht Frankfurt: „Wir nehmen die Veränderung auf der Trainerposition vor, um den Klassenerhalt zu schaffen. Die Entscheidung für Niko Kovac hat der Vorstand einstimmig ­getroffen.“ Frankfurt liegt mit 24 Punkten auf Relegationsrang 16.

Seit vergangenem Jahr im Kontakt

Eintracht-Sportdirektor ­Bruno Hübner erzählte, dass es bereits im vergangenen Sommer intensive ­Gespräche mit Kovac ­gegeben habe. Er stand aber damals als Trainer von Kroatien nicht zur ­Verfügung.

Kovac sagte: „Ich bin froh, dass mir Eintracht Frankfurt die Chance gibt, hier zu helfen. Frankfurt ist ein ­Topklub in der Bundesliga, mit einer tollen Infrastruktur und tollen Fans. Ich bin überzeugt, dass wir zusammen den Klassenerhalt mit Eintracht ­Frankfurt schaffen.“

Er habe einen Vertrag nur für die Bundesliga unterschrieben, weil er der Mannschaft signalisieren wolle, dass er überzeugt ist vom Klassenerhalt, „und dass ich mir keine Hintertür offen lasse“.

Im Wedding aufgewachsen

In ihrer aktiven Zeit gewannen die Kovac-Brüder unter anderem mit Bayern München das Double (2003) und den Weltpokal (2001). Kovac ist zudem ein Ur-Herthaner. Beim damaligen Zweitligisten begann er 1991 seine Profikarriere, absolvierte bis 1996 insgesamt 148 Zweitliga-Spiele. Nach den Stationen bei Bayer Leverkusen, HSV und Bayern München kehrte Kovac von 2003 bis 2006 zu Hertha zurück (75 Bundesliga-Spiele).

Damals sein direkter Konkurrent im Team: Pal Dardai, heute Cheftrainer von Hertha. Dardai sagte der Morgenpost: „Mit Niko und mir ist alles gut. Seine Aufgabe jetzt ist schwer. Mir ist das bei Hertha im vergangenen Februar ähnlich ergangen. Eintracht Frankfurt ist ein Traditionsverein, der Kader ist gut. Da muss jetzt Leistung kommen. Ich wünsche Niko viel Glück.“

Kovac ist aufgewachsen im Wedding. Bei seiner neuen Mannschaft trifft Kovac mit Änis Ben-Hatira und Yanni Regäsel auf zwei Herthaner, die sich erst Anfang Februar Eintracht Frankfurt angeschlossen haben. Beide stammen aus dem Wedding. Kovac ­sagte: „Änis kommt aus dem selben ­Bezirk wie ich, wir wissen, wie wir ­miteinander sprechen.“

Kovac sagte, er wisse, dass er eine Mannschaft übernimmt, die nach den vergangenen Wochen verunsichert ist: „Ich gehe voran mit meinem Bruder, wir wollen Vorbild sein. Wir gehen die Aufgabe positiv an.“