Europa League

Borussia Dortmund bezwingt Porto ohne große Mühe 2:0

Ein frühes Tor von Lukasz Piszczek und ein Treffer von Marco Reus bescherten den Westfalen einen ungefährdeten Erfolg gegen den FC Porto.

Marco Reus (l) und Henrikh Mkhitaryan hatten allen Grund zum Jubel

Marco Reus (l) und Henrikh Mkhitaryan hatten allen Grund zum Jubel

Foto: Guido Kirchner / dpa

Dortmund– BVB-Kapitän Mats Hummels schaute genau hin, was sich da auf der Südtribüne auftürmte: Ein monströses Stück Stoff, groß wie vier Strafräume – auf dem viel Platz war für Bilder all jener Trophäen, die die Schwarz-Gelben in ihrer 117-jährigen Klubhistorie zusammengeklaubt haben: Meisterschale, DFB-Pokal, der Henkelpott der europäischen Meisterklasse und der Cup des längst eingemotteten Pokalsiegerwettbewerbs. Was fehlt in der Sammlung: Der Titel in der Europa League, einst als Uefa-Cup gestartet. Ein weißer Fleck auf dem riesigen Fan-Laken, den Dortmund in diesem Jahr füllen will. Das 2:0 (1:0) gegen Porto durch die Treffer von Lukasz Piszczek (6.) und Marco Reus (71.) im Zwischenrunden-Hinspiel war da ein guter Anfang.

„Das war ein sehr abgeklärter, sehr souveräner Auftritt“, lobte Dortmunds Manager Michael Zorc. Aber er hatte auch etwas zu kritisieren: „Wir haben zwei, drei Tore zu wenig gemacht. Wir wissen, dass Porto zu Hause viel selbstbewusster auftritt. Wir hatten Chance für ein 3:0 oder 4:0“, so Zorc. Aber er besonn sich dann wieder und sagte: „Trotzdem gut.“

Die Europa League wolle man zu „unserem Wettbewerb machen“, hatte Dortmunds Trainer Thomas Tuchel gesagt. Und das offenbar schnell: Schon nach vier Minuten klärte Portos Jose Angel vor dem einschussbereiten Pierre-Emerick Aubameyang. 120 Sekunden später lagen die Portugiesen, im Herbst noch in der Champions League zugange und selbst einer der Titelkandidaten, schon zurück. Bei einer Ecke spielten sich Henrikh Mkhitaryan und Shinji Kagawa den Ball kurz zu, dann flankte Mkhitaryan scharf vors Tor, wo Rechtsverteidiger Piszczek mit dem Fuß zunächst an Keeper Iker Casillas scheiterte, im zweiten Anlauf aber per Kopf traf.

Der furiose Beginn der Tuchel-Elf brachte also einen frühen Ertrag, an der abwartenden Spielweise der Gäste änderte das aber nichts. Dortmund spielte überlegen, fand mit Ausnahme eines Freistoßes von Reus und einer Flanke des sehr agilen Linksverteidigers Marcel Schmelzer an den Außenpfosten aber keine Lücke im dichten Abwehrgestrüpp der Südeuropäer.

Portugiesen offensiv harmlos, hinten anfällig

Elf Minuten vor der Pause meldete sich Porto in Person von Sergio Oliveira mit dem ersten Torschuss im Spiel an, fortan verteidigte das Team von Jose Peseiro etwas höher. Wirklich drangvoll wurde das Ensemble von der Atlantikküste aber auch nach dem Seitenwechsel nicht. Vielmehr lag in der 53. Minute das 2:0 in der Luft: Nach einer weiten Diagonalflanke von Kagawa auf Aubameyang kam der Ball zu Mkhitaryan, dessen Flanke Varela beinahe ins eigene Tor befördert hätte.

Doch Casillas, ehemals Torwartlegende von Real Madrid und fünfmalige Welttorhüter, war auf der Hut. Nach einer Stunde machte Nuri Sahin bei seinem guten Comeback nach 355-tägiger Verletzungspause im defensiven Mittelfeld Platz für Moritz Leitner. Ansonsten sank der Unterhaltungspegel der Partie weiter gen Null – was zwei Assistenztrainer der Portugiesen zum Anlass nahmen, eben an der Seitenauslinie Rabatz zu machen. Beide Herren mussten auf die Tribüne, die Antwort war ein krachender Böllerknall aus dem Porto-Block.

Auf dem Feld waren die Blau-Weißen von der Iberischen Halbinsel noch komplett. Trotzdem fand Tuchels Team nun wieder öfter den Weg vors gegnerische Tor: Zunächst konnte Casillas einen Flachschuss von Schmelzer noch aus der Ecke fischen – eine Minute später hatte er bei einem abgefälschten Reus-Schuss aber keine Abwehrchance (71.). Borussias Ausgangslage für das Rückspiel am kommenden Donnerstag ist ansprechend, die Jagd auf den weißen Fleck in der Pokalsammlung könnte im März also weitergehen.