Ausgerechnet an seinem Geburtstag kam seine Stimme nicht so recht zur Geltung. In der mit 14.200 Zuschauern ausverkauften Mercedes-Benz Arena war die Tonanlage ausgefallen, und über die Ersatzanlage klang alles leise und dumpf, eben auch Hallensprecher Uwe Schumann. Dabei gab es diesmal Erfreulicheres zu verkünden als zuletzt. Nach zwei Heimniederlagen setzte sich der EHC Eisbären gegen die Straubing Tigers mit 2:1 (1:0, 1:0, 0:1) durch und verteidigte die Tabellenführung in der Deutschen Eishockey Liga (DEL).
Mahons Abgang überrascht
Auf der Bank der Berliner blieb diesmal ein Platz leer, hinter den Spielern. Denn am Sonnabend hatte Mark Mahon, Assistent von Trainer Uwe Krupp, den Posten gewechselt. Ausgerechnet bei den Kölner Haien, wo Krupp im Oktober 2014 im Unfrieden schied, trat Mahon das Amt des Sportdirektors an. „Das kam etwas überraschend“, sagte Stefan Ustorf, der Sportliche Leiter. Vorerst steht Krupp damit in Marian Bazany nur ein Assistent zur Verfügung. „Mark hat uns super unterstützt, ich kann ihn aber verstehen“, so Krupp. Beim EHC hatte Mahon keinen festen Vertrag.
Gegen Straubing fiel der Abgang nicht ins Gewicht. Ein hartes Stück Arbeit war der Erfolg dennoch. In diesem Jahr gewannen die Niederbayern zuvor von fünf Auswärtspartien vier, und die Berliner wirkten nach den Heimniederlagen auch nicht inspiriert. Dafür aber wacher und williger. Constantin Braun sorgte für eine frühe Führung (9.), Darin Olver für die Erlösung (38.). Trotz weitgehenden Einbahnstraßen-Eishockeys fehlte im Abschluss die Präzision, erst im achten Überzahlspiel gelang Olver das wichtige 2:0.
Pohl bei Ingolstadt im Gespräch
„Das war heute das beste Überzahltraining, das man haben kann“, sagte Krupp. Dabei lächelte Straubings Trainer Larry Mitchell etwas, denn kurz zuvor hatte er moniert, dass sein Team, das durch Mike Hedden noch den Anschlusstreffer erzielte (57.), in einem meist fairen Spiel elf Strafzeiten bekommen hatte.
Ustorf und Krupp wollen nun überlegen, ob sie ohne zweiten Assistenten weitermachen, so wie vor der Saison ursprünglich mal geplant. Offenbar müssen sie auch überlegen, wie sie Petr Pohl in der nächsten Saison ersetzen wollen. Denn dem Vernehmen nach soll der Deutsch-Tscheche beim ERC Ingolstadt bereits unterschrieben haben.


