Madonna di Campiglio –

Kameradrohnen nach Absturz ab sofort verboten

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Österreichs Ski-Star Marcel Hirscher entgeht nur knapp einer Katastrophe

Madonna di Campiglio. Sie sind rund zehn Kilogramm schwer, kosten mehrere Tausend Euro pro Stück und liefern dem Fernsehen aus 20 Metern Höhe wunderbare Bilder. Doch beim Weltcup-Slalom in Italien stürzte nun eine Kameradrohne auf die Piste, knapp hinter Gesamt-Weltcupsieger Marcel Hirscher. „Eine absolute Frechheit. Man darf gar nicht nachdenken, was da passieren kann!“, sagte der Österreicher, nachdem er die Bilder des Aufpralls sah: „Ich habe mein Weihnachtsgeschenk heuer schon früher erhalten.“ Auch Weltmeister Ted Ligety (USA), der nach dem schweren Unfall von Abfahrts-Olympiasieger Matthias Mayer Generalkritik an den Verantwortlichen geübt hatte, zeigte sich verärgert: „Marcel hatte viel Glück, dass das nicht viel schlimmer ausgegangen ist. Das ist nicht akzeptabel“, schimpfte Ligety via Twitter.

Der Weltverband Fis kündigte eine umfassende Aufklärung an. Bereits am Mittwoch gab es erste Konsequenzen: „Solange ich die Verantwortung trage, werden Drohnen bei Rennen verboten, weil sie schlecht für die Sicherheit sind“, sagte Renndirektor Markus Waldner, der am Abend sogar von einer „Schweinerei“ gesprochen hatte. Der TV-Rechteinhaber Infront entschuldigte sich für den „unglücklichen Zwischenfall“ und kündigte technische Analysen und „so bald wie möglich“ weitere Informationen an. Im Gegensatz zu Österreich oder Deutschland ist es in Italien erlaubt, bei Ski-Rennen Drohnen einzusetzen. „Es war aber ausgemacht, dass der Pilot nicht über die Strecke fliegt, sondern nur über den Korridor“, sagte Waldner. „Doch im zweiten Lauf ist der dann immer weiter reingeflogen. Ein Wahnsinn, was da passiert ist.“ Madonnas Organisationschef Lorenzo Conci betonte: „Ich kann nur meine persönlichen Gefühle zum Ausdruck bringen. Ich bin schockiert, dass so etwas passiert ist. Wir haben sehr, sehr viel Glück gehabt.“

Die Fis steckt dennoch im Dilemma: Einerseits soll der Sport den Fans schmackhaft gemacht werden, spektakuläre Luft-Bilder oder auch neue Wettkämpfe wie der Parallel-Riesenslalom tags zuvor sind dafür Möglichkeiten. Andererseits zählt der Sicherheitsaspekt, doch selbst neue Airbags können schwere Verletzungen eben nicht ausschließen. Damit haben sich die Athleten arrangiert und flüchten notfalls in Humor. So wie jetzt auch Hirscher wieder, der auf Facebook zum Foto vom Drohnenabsturz schrieb: „Dichter Flugverkehr in Italien!“

( dpa )