Kommentar

Blatter und Platini: Haut endlich ab!

Blatter und Platini werden acht Jahre gesperrt, wollen sich aber dagegen lange wehren. Dietmar Wenck empfiehlt ihnen, das zu lassen.

Foto: Marcus Brandt / dpa

Es wird kein „Raus mit Applaus“ geben. Am 26. Februar unter den Ovationen des Fifa-Kongresses seinen Thron beim Weltverband zu räumen: So hatte sich Joseph Blatter das vorgestellt, der realitätsentrückte, kleine Sonnenkönig des großen Fußballs. Der Beifall entfällt, der Schweizer wurde sogar von seiner eigenen Ethikkommission dessen für unwürdig befunden. Ebenso wird es wohl Michel Platini ergehen. Dazu kommt das gute kriminelle Fifa-Dutzend, das in den USA oder in der Schweiz wegen unlauterer Machenschaften im Gefängnis sitzt. Die Köpfe rollen im Wochentakt, ein Ende ist nicht abzusehen.

Ein Anfang auch nicht: Wer soll die Fifa aus ihrer Krise führen? Der Blick auf die Kandidaten ist wenig vertrauenseinflößend, weil es sich um Personen handelt, die allesamt im bisherigen System fröhlich mitschwammen. Das ist die nächste Herkulesaufgabe. Zuerst müssen jene verschwinden, die für das zerstörte Ansehen der Fifa die Hauptverantwortung tragen. Denen es viel zu lange gelungen ist, jeden Skandal, jede gemauschelte Abstimmung, jede Unfairness unter Verschluss zu halten. Wenn sie dem Fußball endlich mal einen echten Dienst erweisen wollten, würden sie sich jetzt zurückziehen. Durch die Hintertür.