Berlin –

Remis gegen ein Weltklasseteam ist Wasserfreunden nicht mehr genug

Berlin. Manager Peter Röhle kommentierte das Champions-League-Match der Wasserfreunde Spandau gegen Primorje Rijeka auf verblüffende Art. „Ich bin stolz auf die Mannschaft und auf ihre Einstellung. Sie hat nach der Schlusssirene nicht gejubelt“, bilanzierte er das leidenschaftliche Geschehen zuvor. Aber warum eigentlich kein Jubel? Immerhin hatte Spandau 9:9 (6:4) gegen das Weltklasseteam aus Kroatien gespielt, das in der Vorsaison in zwei Duellen 11:5 und in Berlin gar 15:5 gewonnen hatte.

Die Erklärung: Es waren andere Spandauer im Wasser – obwohl es überwiegend dieselben waren. Von Beginn an legten sie ohne Angst vor großen Namen vor. Führten mehrfach mit zwei Treffern Differenz, brachen auch nicht ein, wenn Rijeka ausglich und meinte, das Match jetzt in die Hände zu bekommen. Nicht einmal erlaubte Spandaus überragende Defensive mit dem großartigen Keeper Laszlo Baksa an der Spitze und dem Franzosen Remi Saudadier als schwer schuftender Centerverteidiger, in Führung zu gehen. Erst anderthalb Minuten vor Ultimo schaffte der letztjährige Finalist des Wettbewerbs den Ausgleich zum 9:9.

Spandau spielte auch im Angriff variabel, hatte sieben verschiedene Torschützen, nur Marko Stamm und Mehdi Marzouki trafen doppelt. „Vielleicht hätte der verletzt fehlende Moritz Oeler bei uns für den entscheidenden Kick gesorgt. Aber insgesamt haben wir uns wenig vorzuwerfen“, so Röhle. Warum die Mannschaft nicht gejubelt habe, und warum ihn das stolz mache, erklärte der Manager, der an allen Spandauer Titeln national und international seit 1979 als Torwart, Trainer oder Manager beteiligt war, so: „Das Team wollte nicht nur für den braven Einsatz belobigt werden. Das ist eine neue Qualität, nachdem wir früher oft mit achtbaren Resultaten zufrieden waren. Darauf kann und muss man aufbauen.“

Nach dem 7:9-Auftakt bei Barceloneta und den Remis gegen Piräus, Herceg Novi und Rijeka ist die Mannschaft von Trainer Petar Kovacevic zwar weiter ohne Sieg und nur Gruppen-Fünfter, aber anders als in manchen Spielen der Vorjahre „macht sie wieder Spaß, weil sie kämpft und sich voll reinhaut. Die Typen im Team passen, die Chemie stimmt.“ Schade eigentlich, dass jetzt bis Ende Januar wegen der EM in Belgrad Spielpause ist. KW