Dortmund –

„Niemand sollte sich von Hysterie leiten lassen“

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Daniel Berg

BVB-Geschäftsführer Watzke über die Lehren aus Hannover

Dortmund. Am Freitag (20.30 Uhr) beginnt der 13. Spieltag der Fußball-Bundesliga mit dem Spiel des HSV gegen Borussia Dortmund. Nach dem abgesagten Länderspiel in Hannover stellt sich aber die Frage: Kann die Liga weitermachen wie bisher? BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke gibt Antworten.

Berliner Morgenpost: Herr Watzke, wie haben Sie den Terror in Hannover erlebt?

Hans-Joachim Watzke: Ich war nicht in Hannover. Ich habe aber natürlich die Ereignisse verfolgt. Wenn die Polizei und die Landesbehörden von einer konkreten Gefährdungslage ausgehen, dann war es die absolut richtige Entscheidung, das Spiel abzusagen. Wichtig ist aber, dass wir unser gesellschaftliches und ziviles Leben nun nicht aufgeben. Falls doch, wäre das die größtmögliche Erfolgsmeldung für den Terrorismus. Natürlich müssen jetzt die Sicherheits-Standards weiter optimiert werden, aber klar ist auch, dass es die totale Sicherheit nicht geben kann.

Interims-DFB-Präsident Reinhard Rauball wirkte schwer betroffen. Er sagte, dieser Abend sei eine Wendung für den deutschen Fußball. Befindet sich der Fußball im Fadenkreuz des Terrorismus?

Es geht diesen Leuten ja nicht um den Fußball als solchen, sondern um die größtmögliche öffentliche Wirkung.

Ist es richtig, dass die Bundesliga am kommenden Wochenende den Betrieb fortführt?

Zum Weitermachen gibt es keine Alternative. Es ist richtig.

Was macht Sie so sicher?

Wenn konkrete Gefahr besteht, muss ein Fußballspiel abgesagt werden - das würde dann im Fall der Fälle auch passieren. Aber die Frage stellt sich theoretisch doch nächste Woche wieder. Und in der Woche danach. Und danach. Niemand sollte sich von Hysterie leiten lassen. Damit würden wir das Geschäft der Terroristen betreiben.

Was tut der BVB konkret?

Im Profifußball herrschen ohnehin schon hohe Sicherheitsstandards, die immer weiter optimiert werden. Natürlich treffen auch wir vor dem Hintergrund der neuen Situation unsere zusätzlichen Vorkehrungen. Über Details werde ich aus nachvollziehbaren Gründen aber öffentlich nicht sprechen.

Machen Ihnen persönlich die Geschehnisse der vergangenen Tage Angst?

Ich bin der Meinung, dass es nicht hilft, sich von morgens bis abends mit Untergangsszenarien zu beschäftigen. So lange es Terroristen gibt, wird es auf der Welt keinen absolut sicheren Ort geben. Angst ist der falsche Ratgeber. Was wir brauchen, sind Zivilcourage und ja, auch ein bisschen Mut.