Mal spitzelte er den Ball mit der Zehenspitze akrobatisch ins Aus, dann wieder sprang Petr Stochl dem gegnerischen Wurf mit gestreckten Armen und Beinen entgegen, furchtlos und mit dem Mut des Tüchtigen. Nach dem Schlusspfiff durfte der Tscheche die überschwänglichen Glückwünsche seiner Teamkollegen entgegen nehmen und strahlte vor Freude. Nach zuletzt drei Niederlagen und der Länderspielpause sind die Füchse in die Erfolgsspur zurückgekehrt. Mit 26:24 (17:13) gewannen die Berliner in der Bundesliga vor 6124 Zuschauern in der Schmeling-Halle gegen den VfL Gummersbach. „Petr Stochl hat sehr gut gehalten, auch drei Siebenmeter, das ist klasse“, freute sich Trainer Erlingur Richardsson nach dem hart erkämpften Erfolg.

In die Freude über den Sieg mischte sich aber auch Kritik der Verantwortlichen. Denn die Füchse hatte in der 38. Minute schon mit sieben Toren geführt (21:14), doch dann schlichen sich auf einmal technische Fehler ins Spiel der Berliner ein. Zudem wurden Torjäger Petar Nenadic und Rückraumass Drago Vukovic zusehends müder. Die Folge: Gummersbach kam wieder heran. „Irgendwann ist der Aderlass so groß, dass die Jungs auf dem Zahnfleisch gehen“, erklärte Geschäftsführer Bob Hanning die Schwächephase. Die Füchse haben einige Verletzte zu beklagen. Hanning: „Uns fehlen die Alternativen.“

Ohne Kreisläufer Jesper Nielsen (Gehirnerschütterung) und Kapitän Fredrik Petersen (Knie) übernahmen die Berliner gleich die Regie, der VfL hielt aber gegen. Bereits nach elf Minuten kam Stochl für den glücklosen Silvio Heinevetter. Und der Tscheche zeigte eine Weltklasseleistung. Ebenfalls stark spielte Petersen-Ersatz Bjarki Elisson, der seine Chance mit sieben Toren nutzte. Zudem glänzte Nationalspieler Fabian Wiede immer wieder auf der Mittelposition mit intelligenten Anspielen. Dass er vier Minuten vor Schluss die Rote Karte wegen Foulspiels sah, darf als sehr zweifelhaft bewertet werden. Folgen hat dieser Platzverweis allerdings keine.

alex