Während Franz Beckenbauer weiter schwieg, redeten die einen und handelten andere. Ex-DFB-Präsident Wolfgang Niersbach verabschiedete sich mit bewegten Worten von der Verbandszentrale: „Das war hoch emotional und mit großer Wehmut.“
Derweil erreichte der WM-Skandal das ferne Malta. Die Polizei des Inselstaats durchsuchte bereits am Montag die Räume des Fußballverbands (MFA). Dabei forschte die Spezialeinheit für Wirtschaftskriminalität nach Dokumenten, die mit einem Testspiel Maltas gegen Bayern München im Januar 2001 (1:3) zusammenhängen.
Die Aktion steht im Zusammenhang mit Vorwürfen gegen WM-OK-Boss Franz Beckenbauer und den damaligen MFA-Präsidenten Joe Mifsud. Laut „Mail on Sunday“ soll beim Treffen der beiden im Juni 2000 ein Vertrag zwischen Maltas Verband und der TV-Rechte-Agentur CWL unterschrieben worden sein.
Geschäftsführer der CWL war damals Günter Netzer. Kurz darauf stimmte Malta bei der WM-Vergabe für Deutschland. Mifsud sagte, er könne sich nicht daran erinnern, ob Beckenbauer beim Treffen dabei war.
Rummenigge wehrt sich gegen Vorwurf der Mauschelei
Aufmerksamkeit hatte der Fall erstmals vor zehn Tagen erregt, als der jetzige Verbandsboss und damalige Schatzmeister Norman Darmanin Demajo der „Mail on Sunday“ verwundert sagte: „Vier Monate, nachdem der FC Bayern den Kontrakt unterzeichnet hat, wurde ich informiert, dass 250.000 Dollar vom Himmel in unsere Verbandskasse gefallen sind.“
Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge wies den Vorwurf der Mauschelei zurück. „Es ist bekannt, dass wir drei Spiele gemacht haben: Eines in Malta, eines in Thailand und eines in Tunesien. Das waren völlig normale Freundschaftsspiele. Wir sind dafür marktgerecht honoriert worden.“
Derweil rückt Jack Warner in die Rolle einer Schlüsselfigur im WM-Skandal. Nach Informationen der „Bild“ geht aus FBI-Unterlagen hervor, dass der Ex-Fifa-Vize-Präsident bei der First Citizen Bank in Trinidad und Tobago ein geheimes Konto unter dem Namen „LOC Germany 2006 Limited“ geführt haben soll. LOC steht für „Lokales Organisationskomitee“. „Ich hatte mit niemandem aus Deutschlands Organisationskomitee für die WM 2006 irgendeine Vereinbarung“, schrieb Warner an Sport1.





