Olympische Spiele in Rio, WM-Qualifikation für Frankreich und EM in Polen: Die Aufgaben im kommenden Jahr sind groß, entsprechend motiviert gehen die deutschen Handballer in ihren letzten Härtetest vor dem Jahr 2016. Beim Supercup wollen Kapitän Uwe Gensheimer und Co. ihr Selbstvertrauen stärken – und doch sorgte am Mittwoch wieder ein anderes Thema für Schlagzeilen. Das seit 1979 ausgetragene Vier-Nationen-Turnier steht vor dem Aus.
„Den Supercup wird es in dieser Form nicht mehr geben“, sagte DHB-Vizepräsident Bob Hanning und lieferte die Begründung gleich mit: „Das System ist nicht mehr zeitgemäß.“ Für die Spiele gegen Brasilien (Freitag in Flensburg), Serbien (Sonnabend in Hamburg) und Slowenien (Sonntag in Kiel) rechnen die DHB-Verantwortlichen jeweils nur mit 3000 bis 4000 Zuschauern. Bereits vor zwei Jahren war die Resonanz weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben.
„Dieses Format lockt in den großen Städten keinen mehr hinterm Ofen hervor“, sagte Hanning und betonte, dass es nicht an den Gegnern liege. In diesem Jahr hätte man noch auf die Karte Hamburger Olympia-Bewerbung gesetzt. „Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt“, so Hanning. Nach dem Turnier werde man sich „in Ruhe Gedanken machen“ und über die Zukunft entscheiden. Ein mögliches zukunftsfähiges Modell wäre ein Länderkampf, an dem auch Jugend-Mannschaften teilnehmen.
dpa

