Der Leichtathletik-Weltverband IAAF wird erneut in seinen Grundfesten erschüttert. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP und weitere französische Medien am Mittwoch unter Berufung auf Gerichtskreise berichteten, wurde der ehemalige IAAF-Präsident Lamine Diack am Montag von den französischen Justizbehörden in Paris wegen Korruption angeklagt. Wie die IAAF zudem am Mittwoch bekannt gab, wurde ihre Zentrale in Monaco am Dienstag von französischen Ermittlern durchsucht. Polizisten beschlagnahmten zahlreiche Dokumente. Die IAAF erklärte, sie wolle mit den Behörden kooperieren.
Dem 82-jährigen Senegalesen Diack wird Bestechlichkeit und Geldwäsche vorgeworfen. Er soll während seiner Amtszeit Dopingfälle vertuscht haben. Diacks Anwalt Habib Cisse wurde ebenfalls angeklagt, zudem wurde ein inhaftierter IAAF-Mediziner zu den Vorgängen befragt. Diack und Habib wurden auf Kaution freigelassen.
„Das ist ein Hammer. Ich hoffe, dass dadurch Klarheit in die Sache kommt. Falls ein Sumpf bestanden haben sollte, dann könnte er dadurch trocken gelegt werden. Staatliche Stellen haben bessere Ermittlungsmethoden“, sagte Clemens Prokop, Chef des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV).
BM

