Berlin

Chronologie der Affäre um die Fußball-WM 2006

| Lesedauer: 2 Minuten

Berlin. Mit einem Bericht über mutmaßlich gekaufte Stimmen bei der Vergabe der Weltmeisterschaft 2006 im Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ begann am 16. Oktober das Ringen um die Wahrheit beim Deutschen Fußball Bund (DFB) – mit bislang überschaubarem Erfolg. Eine Chronologie der Ereignisse.

16. Oktober: Der DFB spricht in einer Pressemitteilung erstmals von einer ungeklärten Zahlung in Höhe von 6,7 Millionen Euro an den Weltverband Fifa.

17. Oktober: DFB-Präsident Wolfgang Niersbach behauptet, dass es im Zusammenhang mit der Bewerbung und Vergabe der WM 2006 definitiv keine schwarzen Kassen beim DFB gegeben habe.

18. Oktober: Franz Beckenbauer, damaliger Leiter des WM-Organisationskomitees (OK), weist die Korruptions-Vorwürfe zurück.

19. Oktober: Die Staatsanwaltschaft Frankfurt/Main will mit einem „Beobachtungsvorgang“ überprüfen, ob ein Anfangsverdacht für die Aufnahme von Ermittlungen besteht.

19. Oktober: Niersbach weist die Korruptionsvorwürfe erneut zurück, sagt aber, „dass man die Frage stellen muss, (...) wofür diese Überweisungen der 6,7 Millionen verwendet wurden“.

22. Oktober: Bei einer Pressekonferenz in Frankfurt sagt Niersbach, die 6,7 Millionen Euro seien an die Fifa gezahlt worden, um später 170 Millionen zu erhalten. Die Fifa reagiert überrascht.

23. Oktober: Der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger bezichtigt Niersbach der Lüge. Vor der WM 2006 habe es „eindeutig eine schwarze Kasse“ gegeben: Niersbach habe davon schon seit mindestens 2005 gewusst.

26. Oktober: Beckenbauer bezeichnet den Deal mit der Fifa bezüglich eines WM-Zuschusses als Fehler.

27. Oktober: Ex-Nationalspieler Günter Netzer droht Zwanziger mit einer Klage, weil der behauptet, Netzer habe einen Stimmenkauf asiatischer Funktionäre für die WM 2006 bestätigt.

28. Oktober: Zwanziger sagt gegenüber den externen Ermittlern des DFB aus.

2. November: Das Bundeskanzleramt bestätigt Überprüfung der WM-Akten.

3. November: Die Staatsanwaltschaft führt beim DFB in Frankfurt eine Steuer-Razzia durch.

( sid/dpa )