Berlin

Alba siegt erst im Schlussspurt gegen starke Italiener

Bessere Defensive bringt den ersten Erfolg im Eurocup

Berlin. Irgendwie kam der Ball zu Kresimir Loncar. Der 2,11 Meter große Center von Alba Berlin stand hinter der ominösen Linie, von der verwandelte Würfe mit drei Punkten honoriert werden. Sicher war das gerade nicht der Plan, aber das war ja so vieles nicht in diesem Spiel des Basketball-Eurocups gegen den italienischen Vizemeister Bon Grissin Reggio Emilia. Also entschloss sich der Kroate, sein Glück zu versuchen und traf mitten in den Korb. Die gut 8000 Fans in der Arena brachen in Jubel aus, dieser Dreier brach den letzten Widerstand der Gäste, die sich am Ende 76:82 (45:40) geschlagen geben mussten.

Berlins Trainer Sasa Obradovic analysierte den Erfolg einerseits sehr zufrieden: „Ich bin glücklich über den Sieg, denn wir haben einem starken Gegner seine erste Saisonniederlage beigebracht.“ Um sehr treffend hinzuzufügen: „Bei allen Fehlern, die wir gemacht haben, und das waren viele, haben wir doch einen Weg gefunden, unser Spiel durchzusetzen.“ Es war viel wilder Basketball, den sein Team bot, viele Angriffe wurden nicht zu Ende gespielt, viel wurde diskutiert. Die Italiener nutzten dies mit einer ersten Halbzeit, an deren Ende sich viele in der Halle wohl fragten: Warum führen sie nur mit fünf Punkten und nicht höher?

Weil Alba die Rebounds beherrschte (43:24 zugunsten der Berliner), aber vor allem die besser verteidigende Mannschaft auf dem Feld hatte, sonst wäre sie schon früh sehr hoch in Rückstand geraten. „Gewonnen haben wir durch unsere Steigerung in der Defensive“, wusste auch Loncar. „Das war der Schlüssel zum Sieg.“ Hatten vor der Pause noch die Nationalspieler Achille Polonara (19 Punkte) und Pietro Aradori (17) die Gastgeber vor riesige Probleme gestellt, waren sie in den zweiten zwanzig Minuten kaum noch ein Faktor. Dafür glänzte erneut Dragan Milosavljevic (17), der seine sämtlichen neun Freiwürfe verwandelte. Und Will Cherry (15), der mit zwei Dreiern Alba herangebracht hatte.

Erst knapp sechs Minuten vor dem Ende übernahmen die Gastgeber die Führung, bauten sie durch Loncar (11) auf bis zu zehn Punkte aus und gaben sie nicht mehr her. Der Routinier wusste nur zu gut, wie diese späte Wende einzustufen war. Zum Auftakt des Eurocups hatte es eine Niederlage in Ludwigsburg gegeben. „Noch mal verlieren, dann wäre es in dieser Gruppe schon schwierig geworden“, sagte er. Aber so lange er im entscheidenden Moment Dreier trifft, muss sich niemand Sorgen machen.