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Münchner Herbst-Spaziergang

Der FC Bayern schlägt ein überfordertes Dinamo Zagreb. Wieder drei Treffer von Lewandowski

München.  Nicht an Dortmund denken? Schwierig. Das Duell am Sonntag gegen den BVB (17.30 Uhr) elektrisiert die Fans, elektrisiert die Spieler – und lässt natürlich auch den Trainer nicht kalt. Pep Guardiola schickte am Dienstagabend zwei Botschaften mit dem 5:0 (4:0) gegen Dinamo Zagreb. Erstens: Man will so schnell wie möglich diese Champions-League-Gruppe klar ­machen, am besten den Gruppensieg nach vier, spätestens fünf Spieltagen.

Sechs Punkte nach zwei Spielen sind die optimale Ausbeute. 45 Partien ungeschlagen, so lautete die beinahe unglaubliche Serie Dinamos, gestern endete sie. Drei Mal Robert Lewandowski (21., 28., 55.), Douglas Costa (13.), Mario Götze nach Hacken-Ablage von Kingsley Coman (25.) – 4:0 nach einer halben Stunde, an das Spiel konnten die Bayern bereits einen ­Haken machen.

Die zweite Message war schon an der Aufstellung Guardiolas abzulesen. Javi Martínez, dem man seitens des Trainerstabes noch nicht drei Spiele von Beginn an in neun Tagen zutraut, blieb ebenso auf der Bank wie Xabi Alonso und Thomas Müller. Auf der Tribüne: die angeschlagenen Arturo Vidal und Sebastian Rode. Dabei demonstrierte Guardiola, wer ihm für die Partie gegen Dortmund besonders wichtig ist. Abgesehen von Rode dürften die anderen vier in der Startelf stehen. Juan Bernat, Mario Götze, Joshua Kimmich und Kingsley Coman müssen am Sonntag auf die Bank. Alles schwarz-gelbe Gedanken. Dabei sollten sie doch nicht!

„Es ist eine Sache der Einstellung, jeder redet und denkt schon an Dortmund“, sagte Berufsmahner Matthias Sammer, der Sportvorstand: „Ich hoffe, dass unsere Spieler nicht so denken.“ Aber wenn es der Trainer doch schon vorlebt?

Die Kroaten waren lediglich ein lockerer Sparringspartner für das BVB-Spiel. „Es geht Zagreb zu schnell?“ meinte Niko Kovac, Ex-Bayern-Profi und bis Anfang September Nationaltrainer Kroatiens. „Der Gegner stand sehr tief, aber es ist uns immer wieder gelungen, Räume zu finden. Das frühe Tor hat uns in die Karten gespielt. Es waren wichtige drei Punkte für uns“, sagte Götze.

Seit gestern Abend stehen 26 Champions-League-Tore bei 42 Spielen in Lewandowskis Statistik – auf einer Stufe mit Mario Gomez (26), besser traf aus der Bundesliga nur Thomas Müller (30 Tore). Die Rekordballermänner der Königsklasse, Cristiano Ronaldo (80) und der aktuell verletzte Lionel Messi (77), schweben in anderen Welten.

Überzeugen, nein viel mehr brillieren, konnte aber nicht nur Lewandowski, der nun in acht Tagen zehn sensationelle Treffer erzielte, sondern vor allem „Coco“, die neue Flügelzange der Bayern: Costa und Coman. Die brasilianisch-französische Kombination ist dabei, die aktuell verletzten Arjen Robben und Franck Ribéry vergessen zu machen. Als Costa zur Schonung raus ging (58.), applaudierte Guardiola mit den Händen über dem Kopf – die ­Pep-Ovation.

Am Ende spielte man es locker runter, schonte noch Boateng. 5:0, ­Feierabend. Dortmund kann kommen.