Vom operativen Geschäft im Fußball hat Christian Beeck die Nase voll. Dennoch formulierte er nun eine klare Meinung zum Geschäftsgebaren seines ehemaligen Arbeitgebers 1. FC Union. „Union verbrennt seit Jahren viel Geld für Mittelmaß. Das Scouting passt nicht, die Transfers passen nicht. Mit diesem Kader und diesen Defiziten steigst du nicht auf“, sagte der 43-Jährige dem „Kicker“.
Ex-Profi Beeck, von 2007 bis 2011 dann auch Sportdirektor beim derzeitigen Tabellenzwölften der Zweiten Liga, sieht dort viele Probleme. Gehaltsgefüge und Vertragslaufzeiten würden „weder dem Markt noch der Qualität der Spieler entsprechen“. In Sebastian Polter hätten die Köpenicker in den vergangenen Jahren nur einen Spieler mit Mehrwert gehabt, und der sei ausgeliehen gewesen: „Der aktuelle Kader ist Zweitliga-Durchschnitt, mehr nicht.“ Auch für die zahlreichen Gegentore (schon 15 in neun Ligaspielen) hat Beeck eine Erklärung: „Wenn du in den letzten Minuten ständig Tore kassierst, ist die Frage erlaubt, ob die Kraft und die Physis reichen.“
Die Entlassung von Norbert Düwel sei dagegen richtig gewesen. „Er ist vom ersten Tag an sehr aufgeregt an seinen Job herangegangen und hat viel falsch gemacht“, sagte Beeck: „Union wollte mit ihm eine spezielle Verpflichtung – und bekam sie. Union will anders und speziell sein. Nur: Grundlegende Dinge, die für den Erfolg nötig wären, stimmen dort nicht.“ Neu-Trainer Sascha Lewandowski sei „ein toller, dynamischer Trainer, der aus seiner Zeit als Jugendtrainer in Bochum und Leverkusen den Fußball gerade in den Bereichen kennt, die bei Union im Argen liegen“.
Apropos Düwel: Der Termin beim Arbeitsgericht zur Kündigungsschutzklage wurde aufgehoben. Union und Düwel streben demnach eine außergerichtliche Einigung an, bei der es um die Abfindung für den Trainer geht, dessen Vertrag noch bis 30. Juni 2017 lief.
BM

