– Max Eberl stand da wie ein Kapitän, der einem schlingernden Schiff im schwersten Sturm den richtigen Kurs vorgegeben hat. „Wir haben sechs Punkte in einer Woche gemacht. Das ist keine Selbstverständlichkeit“, sagte der Sportdirektor von Borussia Mönchengladbach. Nach dem glücklichen, aber nicht unverdienten 3:1 (2:1) beim VfB Stuttgart wirkte Eberl wie ein Mann, der in der höchsten Not eine gute Entscheidung getroffen hat: erleichtert und zufrieden.
Eberl hat André Schubert zum vorübergehenden Nachfolger des fahnenflüchtigen Lucien Favre bestimmt – und damit einstweilen alles richtig gemacht. Zwei Spiele, zwei Siege: Die Trendwende scheint vor dem zweiten Gruppenspiel in der Champions League am Mittwoch (20.45 Uhr, Sky) gegen Manchester City geschafft. Und er betonte mehrfach: „André macht einen fantastischen Job.“
Nicht verwunderlich, dass Eberl angesichts dieses Lobes auch die Frage aufwirft: Warum übernimmt Schubert nicht gleich auf Dauer? Der Übergangstrainer selbst weicht aus. „Wir sind alle gut beraten, das Thema dem Vorstand zu überlassen“, sagte er, fast demütig. Eberl betonte: „Es gibt klare Absprachen.“ Ja. Aber je erfolgreicher Schubert arbeitet, desto mehr Zeit kann sich Eberl mit der Trainersuche lassen.
Und suchen tut der Sportdirektor der Mönchengladbacher tatsächlich. So holte er sich in der Woche offenbar einen Korb beim Franzosen Jocelyn Gourvennec. Nach Informationen der französischen Sporttageszeitung „L’Equipe“ haben die Rheinländer bei Gouvernnecs Klub EA Guingamp angefragt, mit Verweis auf den bis 2017 laufenden Vertrag aber eine Absage erhalten. Gourvennec hatte den Klub aus der Bretagne 2013 in die französische Ligue 1 geführt.
Noch im Visier steht offenbar Horst Steffen. Der Trainer der Stuttgarter Kickers dementierte gegenüber der „Stuttgarter Zeitung“ zumindest nicht mögliche Sondierungsgespräche mit Max Eberl. Genug Stallgeruch hätte der 46-Jährige: Zwischen 1991 und 1993 war er Spieler und von 2010 bis 2013 U19-Trainer der „Fohlen“.
BM

