Die Füchse Berlin haben als zweites deutsches Team die Klub-WM gewonnen. In Doha/Katar siegte der Handball-Bundesligist am Donnerstag in einem umkämpften Finale gegen den ungarischen Spitzenklub KC Veszprem 28:27 (24:24, 15:13) nach Verlängerung und feierte den dritten Titel der Vereinsgeschichte. Zudem strich der Hauptstadtklub eine Siegprämie von 400.000 Dollar ein. Vor den Füchsen hatte einzig der deutsche Serienmeister THW Kiel den „Super Globe“ gewonnen (2011).

„Die Sensation ist perfekt. Dass wir als Underdogs gegen namhafte Teams wie Barcelona und Veszprem gewinnen, hatte keiner erwartet – am wenigsten wir selbst“, sagte Füchse-Präsident Frank Steffel. Der dritte Titel für den Verein sei nicht nur für das finanzielle Polster gut. „Er zeigt auch, dass sich das Team unter dem neuen Trainer bereits sehr gut eingespielt hat“, sagte Steffel.

Kent Robin Tönnesen trifft kurz vor Spielende doppelt

Zum Matchwinner avancierte der Norweger Kent Robin Tönnesen, der kurz vor Spielende zwei Treffer erzielte und den Füchsen den entscheidenden Vorsprung bescherte. Mit insgesamt sechs Toren war der Rückraumspieler zudem bester Werfer seines Teams. Maßgeblichen Anteil am Erfolg hatte auch Torhüter Petr Stochl, der zahlreiche starke Paraden zeigte.

„Nach 10 Jahren fehlen mir zum ersten Mal die Worte“, sagte Füchse Geschäftsführer Bob Hanning. „Wer zwei Weltklasseteams so bespielt, der hat den Titel verdient. Das ist eine der größten Sensationen im Handball überhaupt“, meinte Hanning. Tatsächlich waren die Berliner nur durch eine Wildcard in das hochkarätig besetzte Turnier gerutscht.

Die Füchse setzten ihre sehr gute Leistung vom überraschenden Sieg gegen Barcelona gegen Veszprem fort. Von Beginn an stand die Abwehr sicher, die Berliner führten 3:1 und 6:3. Erst danach bekam der Favorit aus Ungarn die Partie etwas besser in den Griff und glich zum 7:7 aus. Nach der Halbzeitpause nutzten die Ungarn eine unkonzentrierte Füchse-Phase mit drei schnellen Toren zur erstmaligen Führung von 16:15. Die Berliner ließen sich aber nicht aus dem Konzept bringen, im Gegenteil: Die Füchse kämpften – die Führung wechselte hin und her. Mit 24:24 ging es in die Verlängerung. Dort holte der EHF-Cup-Sieger einen Zwei-Tore-Rückstand auf und ging am Ende als verdienter Sieger vom Platz.

BM