New York

Hitzewelle und Drohnenabsturz bremsen Tennisprofis bei US Open

New York.  Was Tennisprofi Jack Sock bei den US Open widerfuhr, beunruhigte nicht nur die Zuschauer, sondern auch Sabine Lisicki. Der Amerikaner war im vierten Satz seines Matches gegen den Belgier Ruben Bemelmans am Donnerstag im schwül-heißen New York plötzlich total groggy. Nur mit fremder Hilfe konnte sich der 22-Jährige auf dem Platz hinlegen und ihn später mühsam verlassen, mit reichlich Eis im Nacken.

„Als ich Jack gesehen habe, war ich echt geschockt“, sagte Lisicki, die anschließend auf dem Grandstand-Platz spielte. „Ich habe Tonnen von Wasser getrunken, damit mir das nicht passiert.“ Die in Florida lebende Berlinerin kennt ähnliche Bedingungen aus ihrer Wahlheimat. In New York kommt sie gut zurecht. Andere nicht, wie mehr als ein Dutzend Aufgaben vor allem bei den Herren zeigen, die bei mehr als 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit bei Fünf-Satz-Matches häufiger litten als die Damen bei maximal drei Sätzen.

Andrea Petkovic, die wie Mona Barthel, Angelique Kerber und Philipp Kohlschreiber die dritte Runde erreichte, hat ein persönliches Rezept gegen die Hitze. „Die Nomaden essen Datteln, trinken Wasser und kommen durch die Wüste“, sagte die 27-Jährige. Zudem helfen Elektrolytgetränke und Bananen.

Die Temperaturen machten auch Vorjahresfinalistin Caroline Wozniacki zu schaffen. Vier Matchbälle vergab die an Position fünf gesetzte Dänin – und verlor schließlich 4:6, 7:5, 6:7 (1:7) gegen die Weltranglisten-149. Petra Cetkovska aus Tschechien. Zuvor hatte die Wimbledon-Finalistin Garbine Mugurza 6:7 (4:7), 7:6 (7:4), 2:6 gegen die britische Qualifikantin Johanna Konta verloren. Die Partie dauerte 3:23 Stunden und ist das längste Frauen-Match bei den US Open seit Einführung des Tiebreaks 1970. Nicht die einzige Besonderheit: Während des Matches zwischen Flavia Pennetta (Italien) und der Rumänin Monica Niculescu (6:1, 6:4) flog eine Drohne gegen die Außenseite des Stadions und stürzte ab. Verletzt wurde niemand, die New Yorker Polizei ermittelt.

Die hitzebeständige Lisicki muss sich am Sonnabend mit Barbora Strycova aus Tschechien auseinandersetzen. Allzu große Sorgen wegen der Bedingungen macht sie sich nicht. Bei den Australien Open knalle die Sonne noch unbarmherziger als in New York, sagte Lisicki. „Da fühlt man sich wie ein Spiegelei, das gebraten wird.“