Manchmal steckt der Teufel eben im Detail. Sicher, Blau und Weiß sind die angestammten Vereinsfarben des Hamburger SV, und tatsächlich darf sich der „Bundesliga-Dino“ als einziger Klub damit rühmen, in jeder der bislang 52 Bundesligasaisons erstklassig gespielt zu haben. Auf den ersten Blick sprach also wenig dagegen, eine blau-weiße Fan-Choreographie samt großem „Erstklassig“-Banner auf ein offizielles Fan-T-Shirt des HSV zu drucken. Auf den zweiten jedoch eine ganze Menge – vor allem der Fakt, dass es sich bei besagtem Motiv um eine Choreographie der Fans von Hertha BSC handelt.

Tatsächlich ist den Hanseaten aber genau dieser Fauxpas passiert. Am Mittwochmorgen wurde ein T-Shirt mit Bildern verschiedener Choreos und einer HSV-Raute im Fan-Shop gelistet, verziert mit einem goldenen „NEU“-Button. Innerhalb weniger Stunden wanderte das skurrile Fundstück durch die virtuelle Fußballwelt, Hohn und Spott ließen nicht lange auf sich warten. Die Folge: Wenig später war das Shirt aus dem Fanshop verschwunden. Die abgebildete Choreographie hatten die Hertha-Fans am dritten Spieltag der Saison 2013/14 gezeigt. Gegner damals: ausgerechnet der HSV. Die Berliner gewannen durch ein Tor von Adrian Ramos 1:0. Verantwortlich für die Choreographie zeigte sich der „Förderkreis Ostkurve“, etwa 50 der rund 1000 Mitglieder hatten vor dem Spiel blaue und weiße Zettel in der Ostkurve verteilt.

Rucksackaffäre geht weiter

Für den HSV ist die peinliche Verwechslung bereits der dritte Imageschaden in nur vier Tagen. Sonntag hatten sich die Norddeutschen in der ersten Runde des DFB-Pokals mit einem 2:3 nach Verlängerung beim Viertligisten Carl Zeiss Jena blamiert. Am Montag war publik geworden, dass Sportchef Peter Knäbel ein Rucksack mit sensiblen Vereinsdokumenten gestohlen wurde, die später in einem Park auftauchten. Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer stärkte Knäbel am Mittwoch den Rücken, dennoch wurde eine Kanzlei mit Ermittlungen beauftragt.

Trainer Bruno Labbadia lenkte den Blick derweil auf den Bundesligastart. Am Freitagabend (20.30 Uhr, ARD und Sky) eröffnen die Hamburger die Saison beim FC Bayern. Kein gutes Omen – in den jüngsten drei Auswärtsspielen in München fingen sich die Norddeutschen 20 Gegentore. „Gegen die Bayern braucht man einen richtigen Sahnetag“, sagte Labbadia. Fest steht: Am Freitag wird es auf mehr ankommen als auf Details.

JL