Berlin –

Wespe sticht Hoppegarten-Sieger aus dem Sattel

Ire gewinnt mit Second Step 125. Großen Peis von Berlin

Berlin.  Als die englische Nationalhynme „God save the Queen“ bei der Siegerehrung ertönte, hatte Jockey Jamie Spencer die wütende Attacke einer Wespe bereits vergessen. Sie hatte ihn zwei Stunden zuvor, vor einem Rahmenrennen, sogar aus dem Sattel befördert. Aus dem inneren Gleichgewicht gebracht hat ihn das offenbar nicht, denn der 35 Jahre alte Ire durfte sich als Gewinner des 125. Großen Preises von Berlin feiern lassen. Er hatte nach einem grandiosen Finish seinen Besitzern 110.000 Euro Preisgeld gesichert und so im Nachhinein die Entscheidung, den Wallach Second Step (Karriere-Preisgeld jetzt 251.807 Euro) am Sonnabend per Flugzeug nach Berlin kommen zu lassen, gerechtfertigt.

Das einzige Gruppe-I-Rennen des Jahres in Hoppegarten hatte gehalten, was das Starterfeld vermuten ließ. Second Step bezwang mit einer dreiviertel Länge Vorsprung den vom Start weg führenden Ito (Jockey Filip Minarik: „Ich bin volles Risiko gegangen“) und den aktuellen Derby-Sieger Nutan, der von Andrasch Starke auf den letzten 400 Metern noch einmal zu seinem vollen Leistungsvermögen gebracht wurde und als einziger Dreijähriger im Feld der älteren Galopper seine Klasse unterstrich.

Dank an den Zweiten

„Ito war sehr stark. Unterwegs habe ich sogar befürchtet, dass ich mit Second Step nicht mehr würde aufholen können“, sagte Jamie Spencer, der sich zuvor auf den Fußweg rund um die Bahn gemacht hatte, um das ihm unbekannte Geläuf zu studieren. „Ich hatte mir damit mein Abendessen verdient“, zeigte der Siegerjockey Humor.

So wie später auch Second Steps Trainer. „Entschuldigung, dass wir sie bezwungen haben“, sagte Luca Cumani zu Itos Besitzer Georg Baron von Ullmann. Der gelungene Auftritt auf der Galopprennbahn in Hoppegarten ließ Cumani einen Blick in die Zukunft werfen. „Unsere Erwartungen waren groß. Mein Dank gilt Ito, der viel für das Rennen getan hat. Second Step zog mächtig an und marschierte dann so richtig weiter, ein großer Steher. Wir steuern nun das englische St. Leger an.“

Nutan war als Dritter ebenfalls dichtauf, eine Siegmöglichkeit hatte er am Ende nicht, hielt sich dennoch gut. „Er war nicht weit geschlagen und hat auch nicht enttäuscht. Es handelte sich ja um seinen ersten Start gegen die älteren Pferde. Je nachdem, wie er das Rennen verkraftet, entscheiden wir über den nächsten Start“, so Nutan-Trainer Peter Schiergen. Mehr zum Renntag Seite 24