Es gibt unter Männern nun einmal Probleme, die müssen ganz einfach geregelt werden. Und echte Kerle haben dafür unter anderem das Wettrennen erfunden. Mit Autos, Motorrädern oder schnittigen Yachten. Zu profan für Guido Werner Hermann Schmitt und Christian Sundermann, ihres Zeichens Besitzer flinker Galopp-Pferde. Was schon von Natur aus zum Wettbewerb animiert – und zu kleinen verbalen Scharmützeln wie „Dein Gaul ist zu langsam für meinen“.
Ist Gamgoom nun zu langsam für Ach Was, oder Ach Was für Gamgoom? Am Sonntag wird in einem eigens von Hoppegarten-Besitzer Gerhard Schöningh mitinitiierten Rennen Klarheit geschaffen. Eine Premiere, denn noch nie liefen auf der Bahn vor den Toren Berlins in einem Rennen nur zwei Pferde gegeneinander. Um 16.05 Uhr geht es über 1200 Meter auf der legendären Hoppegartener Geraden Bahn zur Sache. Geritten werden Gamgoom von Steffi Hofer und Ach Was von Alexandra Vilmar. Der Sieger bekommt 7000, der Zweite 3000 Euro – doch alle Beteiligten sind sich einig: Das Geld wird zu Gunsten der Jockey-Ausbildung gespendet.
Am 3. Oktober 2012 startete Ach Was mit der damals 17-jährigen Alexandra Vilmar als 366:10-Außenseiter im Finale der Sprint-Serie und düpierte die komplette Konkurrenz. Für Vilmar war es der erste Ritt überhaupt – und somit der erste Sieg. Mittlerweile sind es 41.
Der Besitzer von Ach was ist der Münchner Unternehmerberater Christian Sundermann mit seinem Rennstall „Wo laufen sie denn?“. Als großer Fan von Loriot hatte Sundermann im Sommer 2000 im Büro Vicco von Bülows am Starnberger See angerufen und um die Genehmigung ersucht, einen Renndress mit einem Motiv des legendären Sketches „Auf der Rennbahn“ zu nutzen.
Guido Werner Hermann Schmitt vertraut Gamgoom, weil der Vierjährige ihn bislang nie enttäuscht hat. „Ich habe Gamgoom auf einer Auktion in Baden-Baden gekauft. Mit 4500 Euro war er ein wahres Schnäppchen, hat jetzt schon mehr als 20.000 Euro gewonnen.“
Neun Rennen auf dem Programm
Insgesamt stehen am Sonntag ab 14 Uhr neun Rennen auf dem Programm. Darunter der mit 27.000 Euro dotierte „Hoppegartener Sprint-Cup“. Es geht über die Distanz von 1000 Metern und ist damit Deutschlands kürzestes Rennen. Die Favoritenbürde tragen Donnerschlag und Jockey Filip Minarik (Hannover). Erst vor zwei Wochen hat der Wallach beim Derby-Meeting in Hamburg-Horn das Gruppe-III-Rennen über 1200 Meter gewonnen. Sein Karrierepreisgeld liegt bereits über 80.000 Euro.
Hauptkonkurrenten sind der dänische Hengst Liber mit Eduardo Pedrosa und der sechsjährige Mikesh, geritten von Dennis Schiergen.
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