Einstimmig hatte der Haushaltsausschuss des Bundestages im Mai beschlossen, bis 2017 insgesamt 30 Millionen Euro für die Hamburger Olympiabewerbung für 2024 zur Verfügung zu stellen, zehn Millionen davon im Zuge des Nachtragshaushalts bereits im laufenden Jahr. Acht Wochen später stellen sich die Dinge anders da. Auf Morgenpost-Anfrage teilte das Bundesinnenministerium (BMI) mit, dass man nur noch zehn Millionen Euro veranschlagt. „BMI und BMF (Bundesfinanzministerium, d.Red.) sind der Auffassung, dass diese Bundesmittel vor dem Hintergrund der getroffenen Vereinbarungen zwischen den Gesellschaftern absolut ausreichend sind, um eine erfolgreiche deutsche Bewerbung durchzuführen. Deshalb haben sich BMI und BMF darauf verständigt, dass weder in 2016 noch in 2017 Mittel für die Olympiabewerbung veranschlagt werden“, erklärte eine BMI-Sprecherin.

In der am 30. Juni gegründeten Bewerbungsgesellschaft Hamburg 2024 GmbH halten der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) mit 51 Prozent und die Freie und Hansestadt mit 26 Prozent die meisten Anteile. Der Bund hält nur 18 Prozent. Weil das IOC eine Bewerbung erwarte, „die vom Sport getrieben wird“, hieß es. Doch hinter den Kulissen rumort es zwischen DOSB und der Abteilung Sport im Ministerium wegen der Frage, wie viel Einfluss der Bund auf die Gestaltung der Olympiabewerbung nehmen kann. Nachdem die beiden letzten, „vom Sport getriebenen“ Münchner Bewerbungen um Winterspiele gescheitert sind, wollen die Skeptiker in de Maizières Ministerium diesmal mitgestalten, es besser machen. Da bislang aber ohne gewünschten Zugriff, verweist das BMI sogar auf einen Passus der Gesellschaftervereinbarung: „Eine Nachschusspflicht des Bundes für etwaige Lücken im Bewerbungsbudget ist allerdings vertraglich ausgeschlossen.“

Eine solche Lücke hätte Hamburg allein zu tragen. SPD-Haushälter Martin Gerster sagte: „Wir wollen nicht irgendeine Bewerbung machen, sondern eine erfolgreiche. Wenn beide Minister der Meinung sind, zehn Millionen genügen, nehmen wir das zur Kenntnis. Werden aber im Rahmen der Haushaltsberatung ganz sicher noch mal nachfassen.“

JHU