Maccabiade

Die ganze Mischpoke ist am Start

Maccabiade-Macher werben originell für jüdische Sportspiele in Berlin.

Wenn in zwei Wochen die Maccabiade beginnt, wird es laut Alon Meyer, Präsident von Makkabi Deutschland, umfangreiche Sicherheitsmaßnahmen des Veranstalters geben, am Berliner Olympiagelände ebenso wie am Hotel Estrel, wo die mehr als 2000 Sportler und Funktionäre wohnen, die an den Europa-Wettkämpfen jüdischer Sportler teilnehmen. Die Polizei ist für Kontrollen und Bewachungen außerhalb von Sportgelände und Hotel zuständig. Es gebe aber keine Hinweise auf Bedrohungen.

Mit Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) strich Meyer die besondere Bedeutung dieser traditionellen Sportwettkämpfe heraus, die 70 Jahre nach dem Holocaust erstmals in Deutschland stattfinden und am 28. Juli von Bundespräsident Joachim Gauck eröffnet werden. „Ich freue mich, dass wir jetzt hier ein anderes Deutschland haben“, erkärte Meyer und räumte ein, dass es bei der Vergabe der jüdischen Sportspiele nach Berlin Widerstände besonders der älteren Generation in den Organisationsgremien gegeben habe. Die jüngere Generation habe sich aber durchgesetzt. Mit einer jugendlich frechen Kampagne sollen nun auch die Berliner für die Maccabiade-Wettkämpfe (Eintritt frei) und die Eröffnungsveranstaltung in der Waldbühne (Tickets ab 16,50 Euro) begeistert werden. Die Slogans auf 1500 in der City verteilten Plakaten greifen alte jiddische Begriffe auf, die in die deutsche Umgangssprache eingeflossen sind. So heißt es etwa: „Die schnellste Ische Europas“ und „Die ganze Mischpoke ist am Start“.

Rund 2000 Sportler aus 37 Ländern nehmen an den Wettkämpfen in 19 Sportarten teil. Die meisten Sportstätten liegen im Olympiapark. Fast die Hälfte des Fünf-Millionen-Euro-Etats wird durch Teilnehmer-Gebühren aufgebracht. Fast 1000 Euro muss jeder Sportler bezahlen. Geld kommt aber auch von Berlin und vom Bund.

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