Marcel Kittel nimmt nicht an der Tour de France teil

Sprintstar Marcel Kittel ist nicht für die Tour de France nominiert worden. John Degenkolb wird das Team anführen. Kittel reagierte enttäuscht.

Sprintstar Marcel Kittel nimmt nicht an der Tour de France teil. Der achtmalige Etappengewinner, der fast drei Monate wegen einer Viruserkrankung in diesem Jahr pausiert hatte, wurde vom deutschen Giant-Alpecin-Team nicht in den neunköpfigen Kader berufen. Dagegen führt Klassikerspezialist John Degenkolb die Mannschaft an.

Kittel reagierte enttäuscht auf die Entscheidung seines Rennstalls. „Die Nichtnominierung ist die mit Abstand schwierigste Phase meiner Karriere. Es ist nun für mich ein erneuter Rückschlag, dass ich das Vertrauen meines Teams für eine Tournominierung nicht verdient habe“, schrieb Kittel auf seiner Homepage.

Kittel weiter: "Ich bin sehr enttäuscht, weil ich in den letzten Wochen alles erdenklich Mögliche gegeben habe, um wieder richtig fit zu werden. Die Zeit war denkbar knapp, und anfangs war auch ich nicht sicher, ob es überhaupt noch funktionieren kann. Meine Form war ganz unten, quasi gar nicht mehr vorhanden. Der Virus hat mich komplett geschwächt. Leider habe ich mich durch falschen Ehrgeiz anfangs noch weiter in den Keller gefahren. Trotzdem habe ich versucht, so gelassen wie möglich zu bleiben und an meine Stärke zu glauben. Jetzt bin ich wieder da, noch nicht stabil aber fit. Ich bin stolz, dass ich mich nach der Viruserkrankung wieder auf ein hohes Niveau zurück kämpfen konnte. Dass ich bei der ZLM-Tour noch kein Ergebnis eingefahren habe, hängt auch damit zusammen, dass ich frisch aus dem Höhentrainingslager aus der Sierra Nevada gekommen bin. Da ist die Form ohnehin immer schwankend."

Und weiter schreibt er: "Jetzt muss ich mit der Entscheidung leben. Hoffentlich finde ich für die verbleibende Saison noch andere Ziele. Zum jetzigen Zeitpunkt weiß ich allerdings nicht, was meine Enttäuschung kompensieren könnte. Ich bin gerade zu sehr damit beschäftigt, die Nachwehen dieser Entscheidung zu verarbeiten. Ich möchte in diesem Jahr natürlich noch einmal zeigen, was in mir steckt. Der Gradmesser ist allerdings immer die Tour."

Bis zuletzt hatte der Thüringer noch gehofft, rechtzeitig in Form zu kommen. Dafür war er sogar ins Höhentrainingslager in die Sierra Nevada gefahren. Sein Team wusste er aber nicht überzeugen, was Kittel nur schwer akzeptieren kann. Er habe sich wieder auf ein hohes Niveau zurückgekämpft.

Als weiterer deutscher Teilnehmer geht Simon Geschke am 4. Juli in Utrecht für Giant-Alpecin an den Start. Das Aufgebot komplettieren die Niederländer Tom Dumoulin, Roy Curvers, Koen de Kort, Ramon Sinkeldam und Albert Timmer sowie Warren Barguil (Frankreich) und Georg Preidler (Österreich).