Rekord-Transfer

Hoffenheim kassiert 41 Millionen Euro für Firmino

Der Wechsel von Roberto Firmino zum FC Liverpool beschert 1899 Hoffenheim einen Geldregen und der Fußball-Bundesliga einen Rekordtransfer.

Roberto Firmino wechselt für 41 Millionen Euro Ablöse zum FC Liverpool

Roberto Firmino wechselt für 41 Millionen Euro Ablöse zum FC Liverpool

Foto: Felipe Trueba

Berlin. Bislang lag der Transferrekord der Bundesliga bei 40 Millionen Euro, die der FC Bayern 2012 für Javi Martinez an Athletic Bilbao überwies. Nun werden demnächst 41 Millionen Euro bei der TSG Hoffenheim eingehen, gezahlt vom FC Liverpool für Roberto Firmino, 23. Für Hoffenheim ist der Rekorddeal vor allem eins: ein Mega-Geschäft. Vor vier Jahren holten die Kraichgauer den Mittelfeldspieler für vier Millionen Euro aus Brasilien, nun geht er für das Zehnfache nach England. Der Wechsel zeigt allerdings auch, wie sich die finanziellen Kräfteverhältnisse verschoben haben.

„Ich sehe das mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagte TSG-Manager Alexander Rosen, „der bevorstehende Wechsel zeigt, dass die TSG eine gute Adresse ist, um in aller Ruhe zum Spitzenspieler reifen zu können.“ Sportlich sei der Abgang von Firmino (140 Bundesligaspiele, 38 Tore) natürlich ein Verlust. Doch für den Achten der vergangenen Saison sind die 41 Millionen Euro ein Geldsegen. Die Hoffenheimer sind auf Transfereinnahmen angewiesen, ihr Ausbildungsapparat ist kostspielig. „Gerade in Zeiten des Financial Fair Play wird es für Klubs wie uns immer wichtiger, junge Talente zu entdecken und zu entwickeln, um sportlich wie wirtschaftlich auf einem hohen Niveau überleben zu können“, sagte Klub-Mäzen Dietmar Hopp.

Vorboten des neuen TV-Vertrages

Doch nicht nur Hoffenheim profitiert vom englischen Reichtum. Die Briten überschwemmen den Markt mit Geld. In diesem Sommer wurde auch der Hannoveraner Joselu für acht Millionen Euro zu Stoke City verkauft. Für Kölns Kevin Wimmer zahlte Tottenham sieben Millionen, Philipp Wollscheid wechselte für vier Millionen von Leverkusen nach Stoke-on-Trent. Drei Spieler, die bei einem Wechsel innerhalb der Bundesliga nur einen Bruchteil dieser Summen erbracht hätten. Auch die 41 Millionen Euro für den brasilianischen Nationalspieler Firmino ist eine Summe, für die früher Superstars zu Spitzenklubs wechselten.

Was derzeit auch in Deutschland zu spüren ist, sind die Vorläufer einer wahren Einnahmenexplosion. Ab 2016 greift ein neuer TV-Vertrag in England. Er garantiert den 20 Premier-League-Klubs jährlich 3,2 Milliarden Euro. Die 36 deutschen Profiklubs werden sich 835 Millionen Euro Fernsehgeld teilen müssen. Schon 2013/14 nahm der Tabellenletzte Cardiff 76,2 Millionen Euro ein, der FC Bayern kam zeitgleich auf 36,9 Millionen Euro. Die Bundesliga wähnte sich bedroht, als die neuen Zahlen aus England vermeldet wurden. Doch mittlerweile scheint es, als könne sie die große Gewinnerin der englischen Geldschwemme werden. Denn durch die gute Nachwuchsarbeit haben die deutschen Klubs einen großen Fundus an Spielern, die sie verkaufen können. In England hingegen herrscht ein reiner Käufermarkt.

Die teuersten Bundesliga-Transfers:
1. Roberto Firmino (von Hoffenheim nach Liverpool)41 Millionen Euro.
2 Javi Martinez (Bilbao/Bayern)40
3. Mario Götze (Dortmund/Bayern)37
4. Edin Dzeko (Wolfsburg/ManCity)37
5. A.Schürrle (Chelsea/Wolfsburg)32