Eiskunstlauf

In Berlin auf dem Eis, in Gedanken bereits in Sotschi

Aljona Savchenko und Robin Szolkowy könnten am Sonntag in Berlin ihren achten nationalen Titel holen und damit noch vor Sotschi die erfolgreichsten deutschen Paarläufer aller Zeiten werden.

Foto: Franck Robichon / dpa/Franck Robinchon

Den Rekord vor Augen, aber den heiß ersehnten Olympiasieg schon im Hinterkopf: Wenn sich Aljona Savchenko und Robin Szolkowy am Sonntag in Berlin ihren achten nationalen Titel holen und damit die erfolgreichsten deutschen Paarläufer aller Zeiten werden, schließt sich für die beiden Chemnitzer der Kreis.

An gleicher Stelle präsentierten sie sich vor exakt zehn Jahren erstmals dem deutschen Publikum, nun steht der Abschied von den Fans in Deutschland an. Damals ging ein Raunen durch die Zuschauerreihen, als das junge Paar fast lautlos über die Eisfläche glitt. Sie liefen erst wenige Monate zusammen, aber ihre Bewegungen waren geschmeidiger als die der anderen. Die Körper harmonierten miteinander.

Gold in Sotschi soll die Karriere krönen

Die Preisrichter tuschelten und waren sich sicher: Die gebürtige Ukrainerin und der Sachse schaffen es ganz nach oben. Und nur für ganz oben, Gold bei den Winterspielen in Sotschi, schinden sich die 29 und 34 Jahre alten Sportler zehn Jahre später immer noch. Ein bisschen auch für eine neue Bestmarke, denn noch stehen die Berliner Maxi Herber und Ernst Baier mit ihnen auf einer Stufe, die von 1934 bis 1936 sowie von 1938 bis 1941 den DM-Titel trugen.

„Wir wollen es einfach genießen, noch einmal dorthin zurückzukehren, wo wir erstmals Meister geworden sind“, sagt Savchenko. Eine Woche nach dem Triumph im Grand-Prix-Finale in Japan gegen die russischen Weltmeister Tatjana Wolsoschar und Maxim Trankow ist der Auftritt im Erika-Hess-Eisstadion in Wedding (Kurzprogramm am Sonnabend ab 16 Uhr, Kür am Sonntag ab 13.30 Uhr) ein weiterer Olympia-Test.

Denn Gold in Sotschi soll die Karriere krönen. „Mit diesem Anspruch haben wir uns schließlich vor vier Jahren entschlossen, bis 2014 weiterzulaufen“, erinnert sich Szolkowy. Schienen die russischen „Rivalen der Eisbahn“ im Herbst fast unschlagbar zu sein, sind die Schützlinge von Trainer Ingo Steuer nun wieder auf Augenhöhe angelangt.

Weinzierl muss weiter bangen

Savchenko/Szolkowy haben ihre Olympiatickets längst in der Tasche, bangen hingegen muss weiterhin Nathalie Weinzierl. Die EM-Neunte aus Mannheim hat die Qualifikationsnorm knapp verpasst und will nun mit einer guten Leistung die Nachverhandlungen der Deutschen Eislauf-Union (DEU) mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) erleichtern.

„Deutschland ist ja für den neuen olympischen Teamwettbewerb qualifiziert. Aber ohne eine Einzelläuferin können wir diesen Startplatz nicht wahrnehmen“, sagte Elke Treitz. Die DEU-Vizepräsidentin hofft auf die Milde der DOSB-Funktionäre, zumal die 19-Jährige die Norm um gerade einmal 0,4 Punkte verpasst hatte.

Unbeschwert können hingegen der Berliner Lokalmatador Peter Liebers und die Eistänzer Nelli Zigantschina und Alexander Gazsi aus Oberstdorf zur Titelverteidigung antreten. Die Vorjahressieger haben ebenso die Sotschi-Norm erfüllt wie die Berliner Eistänzer Tanja Kolbe und Stefano Caruso sowie im Paarlauf Maylin und Daniel Wende aus Oberstdorf.