Viele Verletzungen

Berliner Zehnkämpfer André Niklaus beendet seine Karriere

Er hätte ein Goldjunge wie Robert Harting werden können, doch der Körper ließ ihn zu oft im Stich. Jetzt zieht Hallen-Weltmeister André Niklaus den Schlussstrich und will lieber Manager werden.

Foto: Sven Lambert

Nach seinem letzten Höhenflug mit dem geliebten Stab hat der Berliner Zehnkämpfer André Niklaus nach 15 Jahren Profisport seine aktive Laufbahn beendet.

„Die Zeit ist gekommen, um neue Ziele zu suchen“, sagte der 31-Jährige wenige Tage nach seinem Auftritt bei den Berliner Meisterschaften: „Für mich war es wichtig, noch einmal eine akzeptable Höhe im Stabhochsprung zu erzielen. Das ist mir am letzten Wochenende mit 4,50 Metern in Potsdam gelungen. Der Stabhochsprung war für mich immer meine Lieblingsdisziplin im Zehnkampf, deswegen war es schön, mit dem Überqueren der Latte meine Karriere zu beenden.“

Zu den größten Erfolgen während seiner aktiven Zeit zählten der achte Platz bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking und der fünfte Rang bei der WM ein Jahr zuvor in Osaka, wo er mit 8371 Punkten seine Bestleistung erzielte. In der Halle wurde Niklaus 2006 Siebenkampf-Weltmeister.

Neben diesen Erfolgserlebnissen durchlebte er allerdings auch zahlreiche bittere Momente, verpasste unter anderem wegen einer Fußverletzung 2009 die Heim-WM in Berlin: „Ich bin in meiner Karriere durch viele Täler gegangen, trotzdem habe ich es immer wieder geschafft, gestärkt zurückzukommen. Diese Zeit hat mich in jeder Hinsicht geprägt, und ich freue mich auf neue Aufgaben.“

Zunächst möchte Niklaus im kommenden Jahr seinen Bachelor im Studiengang International Management absolvieren und danach „mit der Motivation eines 23-Jährigen und der Lebenserfahrung eines 31-Jährigen den Einstieg in die Wirtschaft schaffen“.

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