Trainings-Ansprache

Luhukay hat sich nach Hertha-Debakel noch nicht beruhigt

Hertha-Coach Jos Luhukay macht dort weiter, wo er am Sonntagabend aufgehört hat: Beim Auslaufen redete er seinem Team ins Gewissen.

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Jos Luhukay hatte sich auch 17 Stunden nach der desolaten 1:3-Niederlage seiner Mannschaft beim FSV Frankfurt noch nicht wieder beruhigt. Das Auslaufen am Montagvormittag eröffnete der Hertha-Coach mit einer 20-minütigen Ansprache – und redete sich dabei zunehmend in Rage.

Schon am Sonntag hatte der 49-Jährige mit der Einstellung seines Teams gehadert und in ungewöhnlich emotionaler Art und Weise eine neue Gangart angekündigt: „Training bis zum Umfallen.“ Luhukay wird jedoch nicht auf zusätzliche Trainingseinheiten setzen. Er möchte stattdessen die Intensität erhöhen. Während die Startelf vom Sonntag beim Auslaufen noch eine Schonfrist genoss, mussten die Reservisten am Montag bereits intensive Laufintervalle absolvieren.

„Die Probleme liegen tief“, analysierte Luhukay später. Die Mannschaft habe in der Vergangenheit viele Niederlagen verkraften müssen, „viel Negativismus“ sei zu spüren. Dennoch gab sich der Trainer zuversichtlich: „Ich habe bei all meinen Stationen eine erfolgreiche Mannschaft geformt.“

Einzelgespräche scheinen dabei ein wichtiges Mittel zu sein. Allein mit Peter Niemeyer, den er am Sonntag indirekt kritisiert hatte, sprach Luhukay über eine halbe Stunde. Doch auch Herthas Kapitän weiß, was in einer solchen Situation am besten hilft. „Wir brauchen jetzt Erfolgserlebnisse“, meinte der 28-Jährige.

Hertha-Torhüter Burchert nach Roter Karte für ein Spiel gesperrt

Fußball-Zweitligist Hertha BSC muss ein Spiel auf seinen Torhüter Sascha Burchert verzichten. Nach seiner Roten Karte in der Partie beim FSV Frankfurt (1:3) sprach das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Montag diese Sperre aus. Wie der Hauptstadtclub mitteilte, habe der Verein die Strafe akzeptiert.

Da auch Stammtorhüter Thomas Kraft nach den Vorkommnissen im Relegations-Rückspiel bei Fortuna Düsseldorf in der vergangenen Saison weiterhin gesperrt ist, wird im Spiel gegen Jahn Regensburg am 24. August (18.00 Uhr) wohl der 19 Jahre alte Philip Sprint im Berliner Tor stehen.

Burchert hatte im Match gegen die Frankfurter in der 48. Minute Stürmer Edmond Kapplani im Strafraum gefoult. Schiedsrichter Guido Winkmann wertete die Aktion als Notbremse und zeigte dem Hertha-Schlussmann die Rote Karte.

Bereits entschieden ist die Torwart-Frage. Der erst 19-jährige Philipp Sprint wird vorerst die neue Nummer eins der Berliner. Buchert wäre im DFB-Pokalspiel gegen Wormatia Worms am kommenden Sonntag (14.30 Uhr) zwar spielberechtigt, Luhukay möchte Nachwuchsmann Sprint vor der nächsten Zweitliga-Partie gegen Jahn-Regensburg jedoch Spielpraxis geben.

Nicht auf dem Trainingsplatz standen neben Änis Ben-Hatira (Knöchelverletzung) auch Sami Allagui, Ben Sahar, John-Anthony Brooks und Nico Schulz, die jeweils für Nationalteams abgestellt sind. Die beiden Youngster Brooks und Schulz mussten als „erzieherische Maßnahme“ erst die Heimfahrt von Frankfurt nach Berlin antreten, ehe sie am Montagmorgen dann wieder abreisen durften.

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