Jux mit Balljunge

ZDF beschwert sich bei Uefa wegen manipulierter EM-Bilder

Der europäische Fußballverband steht in der Kritik, weil die EM-Livebilder mit aufgezeichneten Szenen aufgefrischt werden. Das ZDF tobt.

Angesichts des TV-Ärgers um den Scherz zwischen Joachim Löw und einem Balljungen hat sich das ZDF bei der Europäischen Fußball-Union (Uefa) beschwert. „Auf die Gestaltung des Weltbildes bei der EM haben wir keinen Einfluss. Wir haben bei der Uefa moniert, dass tatsächlich der Anschein erweckt wurde, es handele sich um Live-Bilder“, erklärte ZDF-Chefredakteur Peter Frey am Freitag

Das ZDF ist offensichtlich von einer Manipulation des Livesignals der Partie Niederlande gegen Deutschland am Mittwochabend überrascht worden. Es sei „wohl mittlerweile ein Fakt“, dass Bundestrainer Joachim Löw einem Balljungen nicht während des Spiels den Ball weggeschlagen habe, sondern diese Szene vor Spielbeginn aufgezeichnet und in das laufende Spiel eingespielt worden sei, sagte Sportchef Dieter Gruschwitz am Freitag in einem Interview für die PR-Abteilung des Mainzer Senders.

Vorgang „vollkommen unüblich“

„Wir wussten das nicht, sind auch nicht informiert worden“, sagte Gruschwitz weiter. Er bezeichnete diesen Vorgang als „vollkommen unüblich“ und erklärte, dass sein Sender darauf keinen Einfluss habe: Das weltweite Livesignal stelle eine Produktionsfirma bereit, die wiederum von der Uefa beauftragt wurde. Das ZDF sei mit dem Verband nun in einem „intensiven Austausch“. Der Verband selbst kündigte noch für Freitag eine Erklärung an.

Bundestrainer Löw hatte einem Balljungen am Mittwochabend beim EM-Spiel gegen die Niederlande (2:1) einen Ball unter dem Arm weggestupst. Die Uefa schnitt die Szene in der 22. Minute in die Live-Übertragung der Partie, obwohl sie sich bereits vor dem Match abgespielt hatte.

( dapd/dpa/tj )