Feige kann er eigentlich nicht sein – immerhin ist Arthur Abraham ein bekannter Profiboxer und, wie es heißt, hart im Nehmen. Also muss es einen anderen Grund geben, warum der aus Armenien stammende Sportler am Mittwoch nicht im Gericht erschien.

Es ging um zwei rasante Autofahrten durch Berlin. Die erste ereignete sich am 18. Mai 2011 auf der Frankfurter Allee (Friedrichshain). Abraham, der vom Gericht unter seinem offiziellen Namen Avetik Abrahamyam geführt wird, fuhr mit einem 7-er BMW gegen 21.55 Uhr statt der zugelassenen 50 Stundenkilometer 88. Resultat: ein Bußgeld von 480 Euro, ein zweimonatiges Fahrverbot, drei Punkte in Flensburg.

Zur zweiten Fahrt, die nun vor Gericht eine Rolle spielt, erklärte die Polizei, es sei ein trauriger Berliner Rekord in Sachen Geschwindigkeitsüberschreitungen: Abraham war am 28. September 2011 – diesmal in einem Ferrari sitzend – auf der Stadtautobahn mit 231 Stundenkilometern gerast.

Als der 32-Jährige gestoppt wurde, erklärte der Boxer, er müsse dringend zum Stage-Theater zur Verleihung der „Goldenen Henne“. Die Beamten waren offenbar Box-Fans. Sie begleiteten Abraham bis zum Potsdamer Platz – auch um weitere Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung zu vermeiden, begründeten sie die ungewöhnliche Aktion.

"Mit literweise Blut und Schweiß bezahlt"

Doch es blieb natürlich nicht ohne den obligatorischen Brief vom Polizeipräsidenten: 2000 Euro Bußgeld diesmal, drei Monate ohne Führerschein und vier Punkte in Flensburg. Abraham legte Beschwerde ein.

Die sollte nun vor dem Verkehrsrichter verhandelt werden. Doch Abraham erschien nicht. Dafür sein Anwalt Klaus-Peter Stamm, der erklärte, dass er auch nicht wisse, wo sein Mandant sei.

In der Konsequenz wurde die Beschwerde verworfen. Abraham hat aber die Chance, binnen einer Woche einen Wiedereinsetzungsantrag zu stellen. Ansonsten werden die Sanktionen vollstreckt, es sind wohl auch nicht die letzten.

Nach Auskunft von Anwalt Stamm laufen gegen Abraham noch einige Verfahren wegen zu schneller Fahrten. Vermutlich wieder mit dem Ferrari. Und irgendwie wirkt der Boxer auch uneinsichtig.

„Ich habe ihn mit literweise Blut und Schweiß bezahlt“, erklärte er in einem Interview. „Was ist schlimm daran, wenn ich mein Hobby auslebe und mal mit dem Ferrari raus fahre?“